Im Forum von StrongFirst gibt’s immer wieder Beiträge über das Training mit ganz wenigen Übungen. Zwei oder drei Drills können reichen, davon sind mehrere bekannte Trainer voll überzeugt.
„Simple & Sinister“
Ein frühes Beispiel liefert das Kettlebell-Programm „Simple & Sinister“ („Simpel & gruselig“) von Pavel Tsatsouline. Es besteht aus nur zwei Übungen:
Trotz – oder gerade wegen – dieser radikalen Einfachheit wurde es zu einem der bekanntesten Kettlebell-Programme überhaupt. In anderen Programmen wie „Enter the Kettlebell“ oder „Rite of Passage“ nimmt Pavel noch den Snatch als dritte Haupt-Übung dazu.
„The Giant“
Neben Simple & Sinister hat sich eine weitere Form des Minimalismus etabliert. So empfiehlt vor allem Geoff Neupert diesen Weg zum Muskel-Aufbau.
Neupert ist bekannt für sein Programm „The Giant“. Der Ansatz:
- Extrem reduziert (oft nur 2 Übungen)
- Klare Zyklen
- Stärkerer Fokus auf den gezielten Muskel-Aufbau
Dan John – Einfach, nicht simpel
Der Profi-Sportler und Uni-Dozent Dan John kombiniert Minimalismus mit praktischer Erfahrung aus dem Leistungs-Sport.
- Klare, einfache Programme
- Fokus auf grundlegende Bewegungen
Warum Minimalismus?
Kettlebell-Training unterscheidet sich grundlegend vom Training im Fitness-Studio. Du trainierst keine isolierten Muskeln, sondern du übst Bewegungen. Eine Kettlebell-Übung ersetzt damit mehrere klassische Übungen.
Warum Minimalismus gut funktioniert
- Einfach umzusetzen (keine komplizierte Planung)
- Zeiteffizient (oft unter 30 Minuten)
- Fokus auf Technik und Progression
So effektiv Minimalismus erscheint – er hat auch Grenzen:
- Zu wenig Volumen für maximalen Muskel-Aufbau
- Monotone Struktur
- Eingeschränkte Übungs-Vielfalt
Tipps zum Einstieg
Wenn du minimalistisch starten willst:
- Wähle 1 bis 2 Übungen (z. B. Clean & Press + Squat)
- Trainiere 3x bis 5x pro Woche
- Steigere dich langsam und konstant


Der 1991 von John Du Cane (Foto) gegründete Verlag entdeckte den jungen Pavel Tsatsouline als Autor und Kettlebell-Pionier. Neben Büchern wie „Power to the People“ und „The Russian Kettlebell Challenge“ entstanden die Kettlebells der Marke RKC und die gleichnamige Zertifizierung für Instruktoren.
Zur Lage in Deutschland sprachen wir mit Robert Rimoczi, Master RKC und der am höchsten zertifizierte Instruktor unseres Landes. „Kurz gesagt: Es ändert sich nichts“, sagte uns Robert in München.

Unter der Marke „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) führten Pavel und John sogar eigene Kettlebells und Zertifizierungen für Instruktoren ein. Die Zusammenarbeit der beiden dauerte bis 2012, als Pavel aus RKC ausschied und sein Unternehmen 
2001 veröffentlichte Dragon Door das Buch „The Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) von Pavel Tsatsouline. Zu dieser Zeit war die Kettlebell im Westen noch immer fast unbekannt, es gab keine anderen Bücher oder Kurse, das Internet lag noch in den Kinderschuhen.
2012 stieg Pavel aus und gründete Strong First, sein derzeitiges Institut zur Förderung des Kettlebell-Sports weltweit.