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Kernwerk: Eine lebenslange Reise

Gibt es noch einen Boom der Kettlebell? Wie sollte man sein Training ausrichten? Wir sprachen mit Florian Petri, CEO von Kernwerk aus Siegen. Sein Unternehmen bietet eine umfassende Fitness-App, die von einer Community aus mehreren tausend Sportlern geschätz wird.

Du bist schon lange dabei. Wie hat sich die deutsche Kettlebell-Szene verändert? 

Florian Petri: Ich denke, dass in den 2010ern ein ziemlicher Kettlebell-Hype entstanden ist. In den vergangenen Jahren haben wir in meines Empfindens die Spitze dieses Hypes überschritten. Und das halte ich für etwas Gutes. Natürlich ist es immer schön, wenn man merkt, dass mehr Menschen mit Kettlebells trainieren. Der Hype hatte jedoch dazu geführt, dass auch viele schlechte Trainings-Angebote aus dem Boden geschossen sind, weil jeder auf den Kettlebell-Zug aufspringen wollte. Ich habe das Gefühl, dass sich das etwas gelegt hat und die Qualität des Kettlebell-Trainings durchschnittlich etwas gestiegen ist.

Was fehlt, was wünschst du dir?

Florian Petri: Auch wenn die Qualität in meiner Wahrnehmung in den vergangenen Jahren durchschnittlich gestiegen ist, wünsche ich mir, dass es beim Kettlebell-Training mehr Qualitäts-Kontrolle gibt. Eigentlich ist das ein Problem der gesamten Fitness-Branche, aber beim Kettlebell-Training ist es besonders „schlimm“. Ich wünsche mir, dass wir zum einen noch mehr Leuten das Training mit Kettlebells schmackhaft machen; und das wir die technischen und inhaltlich guten Trainings-Angebote mehr herausstellen.

Welcher Kettlebell-Pionier hat dich am stärksten beeinflusst?

Florian Petri: Am meisten haben mich Steve Cotter und (im deutschen Raum) Johannes Kwella und Daniel Hahn damals zu den Kettlebells gebracht. Schöne Grüße an die Kollegen!

Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz?

Florian Petri: Meine persönlichen Erfolge hatte ich beim Kettlebell-Training immer weniger im Blick, aber wirklich stolz bin ich darauf, dass wir bei Kernwerk mittlerweile tausende Leute an das Kettlebell-Training gebracht haben. Wir können in unserer Trainings-App gut nachverfolgen, ob die Leute nach einer gewissen Zeit der Mitgliedschaft zum ersten Mal mit einer Kettlebell trainieren – und ob sie dann auch dabei bleiben. Ich bin sehr stolz darauf, dass so viele Menschen offensichtlich durch das Kernwerk-Training die Kettlebell entdeckt haben und viele davon auch dabei geblieben sind.

Was ist deine Mission, was willst du deinen Schülern vermitteln?

Florian Petri: Wir möchten vor allem zwei Dinge vermitteln:

  • Erstens: Die Reise zu echter Fitness, besonders mit Kettlebells, ist kein Sprint, sondern eine lebenslange Reise. Dein Training wird dich bis ins hohe Alter begleiten und dir lebenslang Freude und Fitness bringen.
  • Zweitens: Stell dich darauf ein, auf dem Weg zu deinen Zielen kräftig zu schwitzen. Echtes Training ist anstrengend – und das ist vollkommen okay. Anstrengendes Training kann enorm viel Spaß machen. Unser Motto ist: Such keine Abkürzungen, sondern lass uns dir helfen, den Weg zu genießen.

Was macht dein Training so besonders?

Florian Petri: Das ist einfach: Ich selbst trainiere seit nun fast 7 Jahren nur noch mit Kernwerk. Die Besonderheit ist, dass du vor jedem Training genau entscheiden kannst, welches Equipment du hast. Ich kombiniere meistens Kettlebell- und Langhantel-Training; wenn ich einmal unterwegs bin, kann ich der App auch einfach sagen, dass ich nichts davon gerade besitze. Ich bekomme dann ein passendes Training berechnet. Mein Training macht daher aus, dass ich in der Regel mit so viel Eisen wie möglich trainiere – hier und da aber unterwegs zwangsläufig Bodyweight-Training einstreue.

Welche 3 Tipps hast du für Einsteiger, die ernsthaft mit Kettlebells trainieren möchten?

Florian Petri: Ich denke, es gibt viele gute Tipps, aber die wichtigsten für Einsteiger sind meiner Meinung nach:

  • 1. Sei konsistent. Starte mit mindestens 2, besser 3 Trainings-Einheiten pro Woche und bleibe mindestens ein halbes Jahr 100 % konsequent dabei. In der Regel stellen sich erste Erfolge schnell ein und nach einem halben Jahr beginnt langsam auch die Technik besser zu sitzen. Das passiert aber nur, wenn du regelmäßig trainierst.
  • 2. Schau dir gute Anleitungen an – oder geh auch zu einem Kettlebell-Seminar, wenn du die Möglichkeit hast. Eine gute Technik ist im Kettlebell-Sport wichtig. Dass deine Technik noch nicht perfekt ist, sollte dich in keinem Fall davon abhalten, einfach mal zu starten. Aber mittelfristig ist es wichtig, dass deine Technik sitzt und dass deine Übungs-Ausführung gut ist.
  • 3. Hol dir gutes Equipment. Egal für welche Art der Kettlebell du dich entscheidest, hol dir etwas „Ordentliches”. Es gibt seltsame Discounter-Modelle in unpraktischen Formen und aus schlechtem Material. Am Anfang kannst du das in der Regel noch nicht einschätzen, doch die Nachteile im Training sind da. Daher empfehle ich immer: Geh zu einem der etablierten Kettlebell-Anbieter und decke dich mit einer guten Competition-Kettlebell oder je nach Vorliebe Gusseisen-Kettlebell ein.

Weitere Infos: www.kernwerk.de

Fotos (3): Kernwerk GmbH, Siegen

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Vom Gewichtheben zur Reha

Thomas Jack Wanner aus Schwäbisch Gmünd hat eine außergewöhnliche Laufbahn hinter sich. Der ehemalige Gewichtheber wurde zum Spitzen-Sportler mit der Kettlebell, heute konzentriert er sich auf Reha und Neurologie.

Die Stationen deiner Kettlebell-Reise?

Ich habe die Kettlebells beim Bundesverband Deutscher Gewichtheber kennengelernt. Swing, Press, TGU – das machte Spaß. Es waren zwar keine Langhanteln, aber ich fand, man konnte coole brauchbare Dinge damit anstellen. 

Ich lernte, dass es 2 große Richtungen gibt – Hardstyle und Softstyle. Als Vereins- und Verbands-Trainer setzte ich Kettlebells zum Kraft-Training ein, als Landes-Trainer des Bogensport-Verbandes Baden-Württemberg bildeten Kettlebells bei den Run Archery Athleten eine wesentliche Säule.  

Später machte ich mich selbständig und gründete „Kettlebell Schwäbisch Gmünd“. Ich entdeckte, dass der Kettlebell-Sport ein Wettkampf-Sport ist, und wurde immer mehr zum „Softie“. In Gmünd richteten wir erste Kettlebell-Wettbewerbe mit eigens dafür kreierten Disziplinen aus. 

Beim „Gmünder Trepples tragen“ schleppen Frauen-Mannschaften jeweils 2×24 kg gegen die Männer mit 2×32 kg. Wer die meisten Treppenstufen schafft, ist Sieger. Dann schloss ich mich dem Bundesverband Deutscher Kettlebell Sportler an und wir nahmen an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil.

Wie hat sich die deutsche Kettlebell-Szene verändert?

Soweit ich das beurteilen kann, hat sich die Szene nicht sehr verändert. Wir haben die zwei Hauptrichtungen Hard und Soft, ich nenne es Fitness und Wettkampf. Beide sind eher Randerscheinungen, das wird wohl auch so bleiben. 

In der Wettkampf-Szene gibt es immer noch viele Individualisten und kaum Vereine oder Zusammenschlüsse. Das behindert die Entwicklung in Deutschland, seit ich dabei bin. Heute gibt es mehr regionale Meisterschaften als früher, aber es fehlt ein stabiler Unterbau aus Vereinen mit Nachwuchs und Trainern.

Welcher Kettlebell-Pionier hat dich beeinflusst?

Johann Martin aus Hamburg ist der Mann, der den Wettkampfsport in Deutschland angeschoben und auch mich am meisten beeinflusst hat. Aufgewachsen ist Johann in Kasachstan. Dort gibt es praktisch keinen Haushalt, in dem keine Kettlebells rumstehen. 

Als Diplom-Sportlehrer und Trainer für Gewichtheben und Kettlebell-Sport hat er sich viele Lorbeeren erworben. Also habe ich ihn in Hamburg in seiner Akademie besucht und mich von ihm persönlich unterrichten lassen. Er hat sogar die klassische runde Kettlebell weiterentwickelt und eine ergonomischere Form auf den Markt gebracht. Mit denen kann man auch in Schwäbisch Gmünd trainieren.

Auf welchen Erfolg bist du besonders stolz?

Da kommen mir ungezählte Medaillen auf Landes- und Bundesebene in den Sinn, die meine Schützlinge in anderen Sportarten aufgrund der Leistungsreserve Kettlebell errungen haben. An erster Stelle stehen natürlich die 5 Gold- und 2 Bronze-Medaillen bei der IUKL Kettlebell WM 2021 in Ungarn (Foto), die meine Athleten dort geholt haben.

Was ist deine Mission?

Das zentrale Nervensystem ist der Boss und Kettlebell-Training ist nicht gefährlich. Neurologische Assessments zeigen dir den richtigen Weg. Sitzen ist gefährlich. Von den vielen hundert Leuten, die ich unterrichtet habe, hat sich kein einziger jemals verletzt. Die älteste Dame war über 80 Jahre und der jüngste Bub war 6 Jahre alt. 

Ich muss dazu aber sagen, dass der Kettlebell-Sport bei mir nur noch eine Randerscheinung ist, orthopädische und neurologische Rehabilitation nimmt heute den meisten Raum ein.

Was macht dein Training so besonders?

Egal ob es um Wettkampf, Fitness oder Reha geht, der neurozentrierte Ansatz ist immer der gleiche. Es geht nie um stumpfe Wiederholungen, also um den Output. Im Vordergrund stehen die Verbesserung des sensorischen Inputs und die bessere Integration im Nervensystem, um einen höheren Output zu erzielen. 

Ein Beispiel aus unserem Training: An der Übung „Press das Biest“ scheitern auch sehr starke Leute. Einer unserer Sportler konnte eine 40 kg Kettlebell 7x pressen, aber die 48 kg waren nicht zu meistern. Durch Kleinhirnarbeit und gezielte Aktivierung zahlreicher Hirnnerven erreichte er in der gleichen Trainings-Einheit 8 x 48 kg.

3 Tipps für Einsteiger?

  • Besorge dir Competition-Kettlebells, aber nicht die von Gorilla Sports
  • Lerne erst den einhändigen Swing, den zweihändigen kannst du getrost erst mal ignorieren. Dann den Snatch und dann erst den Clean. Basics first!
  • Meide die YouTube-Universität, lass es dir von jemandem zeigen, der es kann.

Weitere Infos: www.thomas-jack-wanner.de/

Fotos (2): privat

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Szene

„The Punisher“: Held oder Verbrecher?

Das Punisher-Logo in Rot und Grün

Dieses Symbol sieht man in der Kettlebell-Szene immer wieder: Ein Totenkopf mit vier langen Zähnen, die wie Eiszapfen nach unten verlaufen.

Das Logo steht für „The Punisher“, ein Comic-Charakter von Marvel Comics. Der Punisher ist berüchtigt für seinen brutalen Umgang mit Kriminellen, für Selbstjustiz und Rache. Die Figur debütierte 1974 in „The Amazing Spider-Man“.

Die Hauptfigur, der ehemalige Soldat und Polizist Frank Castle, will sich nach dem Mord an seiner Familie nur noch rächen. In Selbstjustiz richtet er die übelsten Verbrecher hin. Aber so grausam, dass er selbst ein Top-Krimineller wird.

„The Punisher“ – vor einem Kampfsport-Studio auf den Kanaren

Der Punisher ist einer der wenigen Superhelden aus dem Marvel-Universum, der keine Superkräfte besitzt. Doch die übrigen Marvel-Helden verachten seine Methoden.

Hinter „The Punisher“ steht Stan Lee, Texter und Verlagsleiter bei Marvel Comics aus New York, damals der führende Verlag von Superhelden-Comics. Stan Lee war auch Schöpfer von Spider-Man, Iron Man, Thor, Hulk, X-Men und den Fantastic Four. Stan Lee starb im November 2018, aber sein Erbe lebt in Form des gesamten Marvel-Universums fort. 

Der Punisher wurde vielfach in Filmen, TV-Serien wie bei Netflix und Video-Spielen dargestellt. Seine düstere und kompromisslose Art hat dadurch eine starke Anhängerschaft gefunden. Durch seine Gewalt-Taten hat er auch viel Kritik erhalten.

Der Totenkopf des Punisher

Das Logo des Punisher, der Schädel-Logo oder das Punisher-Symbol, wurde von Marvel eingeführt und vom „Punisher“ getragen. Es zeigt einen weißen Totenkopf auf schwarzem Hintergrund.

Das Punisher-Symbol hat Kontroversen ausgelöst, als es in den USA von fragwürdigen Gruppierungen auf Flaggen, Kleidung und Ausrüstung getragen wurde. Auch in der Kettlebell-Szene wird das Punisher-Symbol verwendet, zu sehen auf Kettlebells und Kleidung.

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Anfänger Szene

Wichtige Kettlebell-Vokabeln

Schlüsselbegriffe der Kettlebell-Szene für verschiedene Übungen und Konzepte. 

  • Ab/Abs steht für „Abdominals“ oder „Bauchmuskulatur“, wichtig für die Stabilität des Rumpfes und die Unterstützung bei verschiedenen Bewegungen
  • Back bezieht sich auf den Rücken und seine Rolle bei Kettlebell-Übungen wie dem Deadlift
  • Burpee: Ganzkörperübung, bei der man vom Stehen in die Liegestütz-Position geht und dann wieder aufsteht, oft in Kombination mit Kettlebells für zusätzliche Intensität
  • Core umfasst eine Gruppe von Muskeln, die den Rumpf stabilisieren. Der Core bildet das Fundament für fast alle körperlichen Aktivitäten
  • Deadlift: Eine grundlegende Kettlebell-Übung, bei der die Kettlebell vom Boden aufgehoben wird
  • Glute steht für „Gluteus“ oder „Gesäßmuskulatur“ und umfasst eine Gruppe von Muskeln in der Hüft- und Gesäßregion, wichtig für die Stabilität und Kraft im unteren Körperbereich
  • Halo: Eine Übung, bei der die Kettlebell um den Kopf herum bewegt wird, um die Schultern und den Oberkörper zu stärken
  • Hard Style (Hardstyle): Eine Trainings-Methode, die sich auf die maximale Anstrengung und die richtige Technik konzentriert
  • Hinge: Eine Bewegung, bei der man an der Hüfte beugt, oft bei Übungen wie dem Kettlebell-Swing
  • Joint: Die Gelenke des Körpers, die bei Kettlebell-Übungen geschont werden müssen, um Verletzungen zu vermeiden
  • Press: Eine Übung, bei der die Kettlebell über den Kopf gedrückt wird, um die Schulter-Muskulatur zu stärken
  • Rack Position: Die Position, in der die Kettlebell vor der Brust gehalten wird, oft vor dem Ausführen von Press- oder Kniebeuge-Übungen
  • Snatch: Eine explosive Übung, bei der die Kettlebell in einer einzigen Bewegung vom Boden über den Kopf gedrückt wird
  • Squat: Eine Kniebeuge, bei der man in die Hocke geht und wieder aufsteht, um die Beinmuskulatur zu trainieren
  • Stamina ist die Fähigkeit des Körpers, über einen längeren Zeitraum hinweg eine bestimmte Kettlebell-Übung in hoher Intensität durchzuhalten
  • Swing: Eine dynamische Kettlebell-Übung, bei der die Kettlebell zwischen den Beinen und in die Höhe geschwungen wird, um die Gesäßmuskulatur und den unteren Rücken zu stärken

 

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Business Literatur Szene

Wie wurde die Kettlebell so populär?

Dragon Door Publications ist ein US-Verlag für Fitness, Kampfsport und das Kettlebell-Training. Der Verlag wurde 1990 von John Du Cane gegründet und gilt als eines der führenden Häuser für Fitness und Gesundheit.

Bekannt wurde Dragon Door vor allem durch seine Angebote rund um die Kettlebell. In den 1990er Jahren war das Kettlebell-Training in den USA noch relativ unbekannt, und es gab nur wenige Infos. 1998 wurde Verleger John Du Cane auf Pavel Tsatsouline aufmerksam, der für die Kraftsport-Zeitschrift MILO den Beitrag „Vodka, Pickle Juice, Kettlebell Lifting and other Russian Pastime“ schrieb.

2001 veröffentlichte Dragon Door das Buch „The Russian Kettlebell Challenge“ von Pavel Tsatsouline, einem ehemaligen Trainer der sowjetischen Spezialeinheiten. Das Buch wurde zum Bestseller und trug dazu bei, das Kettlebell-Training in den USA und weltweit bekannt zu machen. 

In den folgenden Jahren veröffentlichte Dragon Door weitere Bücher, DVDs und Trainings-Programme zur Kettlebell, darunter Werke von Autoren wie Dan John, Steve Maxwell und Brett Jones. Einige der bekanntesten Werke sind „Enter the Kettlebell“ von Pavel Tsatsouline und „Convict Conditioning“ von Paul Wade.

Unter der Marke „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) führten Pavel und John sogar eigene Kettlebells und Zertifizierungen für Instruktoren ein. Die Zusammenarbeit der beiden dauerte bis 2012, als Pavel aus RKC ausschied und sein Unternehmen „Strong First“ gründete.

Obwohl der Fokus immer noch auf dem Kettlebell-Training liegt, hat der Verlag sein Angebot in den letzten Jahren erweitert. Neu im Sortiment sind Bücher und Programme zu Yoga, Pilates, Ernährung und Selbstverteidigung. 

Foto (1): Kettlebellshop

Besonders stark ist Dragon Door durch seine Online-Kurse und Zertifizierungen. Neben Web-Communities bietet die Website

  • Bücher und E-Books über Fitness und des Kraft-Training
  • Videos und DVDs über Kettlebell- und Bodyweight-Training, Yoga und Selbstverteidigung
  • Programme für spezifische Ziele oder Zielgruppen, darunter Fat Loss, Strength Training oder Martial Arts
  • Website verkauft auch eine Vielzahl von Trainings-Geräte wie Kettlebells, Sandsäcke und Trainings-Bänder
  • Geräte fürs Training im Home-Gym oder Fitness-Studio
  • Blogs und Fachartikel zu verschiedenen Themen im Bereich Fitness und Gesundheit

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Ernährung Szene

Kater-Killer oder Kult-Getränk?

Mit dem Beitrag „Vodka, Pickle Juice, Kettlebell Lifting and Other Russian Pastime“ in der Kraftsport-Zeitschrift MILO machte Pavel Tsatsouline 1998 in den USA zum ersten Mal auf sich aufmerksam.

Wodka und Kettlebell sind bekannt, aber was ist „Pickle Juice“? Ganz einfach: Essiggurkensaft, den man mit jedem Glas Gurken oder Cornichons im Supermarkt kriegt. Klingt prickelnd? Wenn du ihn trinkst, verziehst du das Gesicht und musst dich schütteln. 

Ein Genuss ist dieser Saft vielleicht nicht. Obwohl: Es gibt sogar Rezepte für Whiskey-Sour mit Gurkensaft. Ein „New York Sour“ enthält Whiskey, Essiggurken-Saft und Rotwein. Es ist eine Variante des klassischen Whiskey-Sour-Cocktails, bei dem eine Schicht Rotwein über den bereits gemischten Cocktail gegossen wird. 

Aber Gurkensaft soll nicht schmecken, sondern helfen. Was Pavel Tsatsouline vermutlich meinte, war die Wirkung gegen einen Wodka-Hangover. Angeblich tötet Pickle Juice viele Bakterien in Mund und Rachen, die sonst für die Alkohol-Fahne sorgen. Essiggurken-Saft hilft aber auch gegen die Kopfschmerzen, heißt es. In der Flüssigkeit ist auch Zucker enthalten, was den sauren Geschmack abschwächt. 

In anderen Sportarten wird Pickle Juice wie ein Power Drink angeboten, ohne Fett und Zucker, aber mit vielen Mineralstoffen und Vitaminen. Als kommerzielles Produkt kann ein „Pickle Juice Shot“ auch recht teuer sein, je nach Marke und Qualität des Produkts. Einige Hersteller fügen andere Zutaten hinzu, um den Geschmack zu verbessern oder den Saft länger haltbar zu machen. 

Im Leistungssport wird ein „Pickle Juice Shot“ vor allem genommen, wenn Sportler auf die Extrameile gehen. Der Grund: Mit dem Schweiß verliert der Körper viel Salz. Dieses Defizit lässt sich mit natriumreichen Getränken wie dem Essiggurkensaft ausgleichen.

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Business Szene

Pavel Tsatsouline –  Pionier der Kettlebell im Westen

Er ist gebürtiger Russe und wurde in den USA zum Star: Pavel Tsatsouline machte die Kettlebell im Westen bekannt. 

Pavel Tsatsouline wurde am 23. August 1969 in Minsk, Weißrussland, geboren. Beide Eltern waren Sportlehrer, sein Vater Vasil ein erfolgreicher Gewichtheber. Von ihm lernte Pavel schon als Kind einiges über Training und Fitness, die Weichen für seine Karriere waren gestellt.

Als Junge besuchte Pavel Tsatsouline in seiner Heimatstadt Minsk die „Schule für den Olympischen Nachwuchs“, die schon zahlreiche belarussische Olympiasieger hervorgebracht hat. Dort erreichte Pavel ein sportliches Niveau, das seine späteren Stationen erst ermöglichte.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderte Pavel 1998 in die USA aus und begann als Trainer und Autor übers Kraft-Training. In den USA schrieb er mehrere Bücher über Kraft und Fitness. Daneben entwickelte Pavel die eigenen Trainings-Programme „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) und später „StrongFirst“.

Über das Privatleben von Pavel ist nur wenig bekannt, da er ein zurückgezogenes Leben führt und nur wenig Persönliches öffentlich preisgibt. Es ist jedoch bekannt, dass er verheiratet ist und Kinder hat.

Beim Militär

Das Leben von Pavel hat einen dunklen Punkt: Er behauptete stets, dass er als Ausbilder bei den russischen Sonder-Kommandos, den Speznas, diente. Dabei handelt es sich um eine streng geheime Einheit, über die so gut wie keine Details an die Öffentlichkeit dringen.

Auf den ersten Blick erscheint Pavels militärische Vergangenheit plausibel. Beide Eltern erfolgreiche Sportler und seine Schulzeit in einer Sportschule. Nur: Für seine Verwendung bei den Speznas gibt es keine öffentlich zugänglichen Beweise. Wollte Pavel mit diesem Hintergrund nur seine Glaubwürdigkeit als Experte für Kraft-Training und Fitness unterstreichen?

Kritiker wollen in Pavels Geschichten über seine Zeit bei den Speznas sogar Widersprüche und Übertreibungen gefunden haben. Einige dieser Quellen waren ehemalige Kameraden aus den Spezialkräften oder Journalisten und Autoren, die Pavels militärischen Hintergrund durchleuchtet haben. Aber auch diese Behauptungen sind kaum zu belegen. 

Ein wichtiger Partner

Kettlebell Training mit Pavel TsatsoulineDer große Sprung für Pavel Tsatsouline kam über seinen Geschäftspartner John Du Cane, den Verleger von Dragon Door Publications. John wurde 1998 auf Pavel aufmerksam, als dessen Beitrag „Wodka, Pickle Juice, Kettlebell Lifting and Other Russian Pastime“ in der Kraftsport-Zeitschrift MILO erschien.

Dragon Door aus St. Paul, Minnesota, veröffentlichte mehrere Bücher von Pavel und ließ sogar eigene Kettlebells produzieren, „Military Grade RKC Kettlebells“. Dazu kam die Gründung der „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) im Jahr 2001. Auf dieser Basis wollten Pavel und John die Vorteile des Kettlebell-Trainings im Westen verbreiten. 

Ein neuer Start

Doch die Zusammenarbeit dauerte nicht lange. 2012 gründete Pavel sein neues Unternehmen StrongFirst. Über die Gründe der Trennung muss man spekulieren. Vielleicht war Pavel mit dem Wachstum und der Richtung von RKC nicht mehr zufrieden. Denn StrongFirst bedeutet nicht nur Training mit der Kettlebell, sondern auch Übungen mit anderen Hilfsmitteln. 

StrongFirst hat den Hauptsitz in den USA und bietet Schulungen und Zertifizierungen für Fitness-Profis und Athleten an. In mehreren Ländern auf der ganzen Welt gibt es Niederlassungen von StrongFirst, die lokale Kurse, Workshops und Veranstaltungen anbieten.

Diskrete Trennung

Ein großer Streitpunkt waren die Rechte an dem von Pavel entwickelten Trainings-Programm der „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC). Pavel und John Du Cane hatten wohl unterschiedliche Vorstellungen darüber, wer die Kontrolle über die RKC-Zertifizierung und die Verwendung des Namens „Russian Kettlebell Challenge“ haben sollte.

Pavel gründete daraufhin sein eigenes Unternehmen StrongFirst, um neue Trainings-Methoden zu entwickeln. Es gab auch rechtliche Konflikte zwischen den beiden Parteien. Die genauen Details blieben jedoch im Dunkeln, denn beide Parteien haben es vermieden, öffentlich über ihre Geschäfte zu sprechen.

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Fotos: StrongFirst (2), Dragon Door (2)

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Business Szene

Der Mann hinter Pavel 

Mit dem Siegeszug der Kettlebell im Westen ist ein Name verbunden: Pavel Tsatsouline. Er machte die Kettlebell populär, aber dazu war er auf jemanden angewiesen. Pavels Erfolge hätte es ohne diesen Mann nie gegeben: John Du Cane. 

Als Brite 1949 in Südafrika geboren und Absolvent der Universität Cambridge, war er

  • Verleger
  • Autor
  • Filmemacher

John Du Cane war Gründer und CEO von Dragon Door Publications aus Little Canada, Minnesota und Autor von Büchern, Videos und DVDs über Taichi und Qigong. Zwischen 1972 und 1975 drehte er über 30 Filme.

1998 veröffentlichte Pavel Tstsouline seinen Artikel „Wodka, Gurkensaft, Kettlebell-Training und andere russische Zeitvertreibe“ in der Kraftsport-Zeitschrift „Milo Magazine“. Du Cane wurde auf Pavel aufmerksam. Zu der Zeit lief sein Verlag Dragon Door nicht wirklich gut, John musste seine Kasse als Chauffeur aufbessern.

1998 veröffentlichte Dragon Door das Buch „Power to the People“ von Pavel Tsatsouline, heute ein Klassiker übers Kraft-Training. Im gleichen Jahr schlug Pavel vor, zusammen mit John Du Cane die Kettlebell in den USA ganz groß rauszubringen. 

John ließ sich überzeugen und gab die Produktion von gusseisernen Kettlebells nach russischer Art in Auftrag. Eine Gießerei in St. Paul, Minnesota goss die ersten Kettlebells der USA mit 16, 24 und 32 kg. Die Zielgruppe waren also wirklich starke Typen, die mit weniger Gewicht nichts anfangen konnten.

Russian Kettlebell Challenge2001 veröffentlichte Dragon Door das Buch „The Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) von Pavel Tsatsouline. Zu dieser Zeit war die Kettlebell im Westen noch immer fast unbekannt, es gab keine anderen Bücher oder Kurse, das Internet lag noch in den Kinderschuhen.

Um Kettlebells so richtig erfolgreich zu machen, brauchten beschlossen Pavel und John, zur führenden Autorität im Kettlebell-Training zu werden. Dazu gründeten sie das erste Programm zur Ausbildung und Zertifizierung von Kettlebell-Ausbildern, die Russian Kettlebell Challenge (RKC).

 2012 stieg Pavel aus und gründete Strong First, sein derzeitiges Institut zur Förderung des Kettlebell-Sports weltweit.

Weitere Infos:

www.johnducane.com

www.dragondoor.com

www.strongfirst.com

 

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Business Szene

Fitness-Trends: Die Gewinner und Verlierer

Training mit der Kettlebell - voll im Trend der Fitness-BrancheDas Training mit freien Gewichten – dazu gehört auch die Kettlebell – gehört weltweit zu den wichtigsten Fitness-Trends des Jahres. Das ergab eine Studie des American College of Sports Medicine (ACSM) aus Indianapolis.

Der Bericht zeigt vor allem, mit welchen Angeboten die Sport- und Fitness-Branche am besten Geld verdienen kann. 

Hier die Gewinner:

  • Immer wichtiger werden die Verkäufe von Wearables, also Fitness Tracker oder Smartwatches zur Aufzeichnung von Schritten, Puls und Schlaf. Sie belegten Platz 1 der Studie
  • Voll im Trend ist das freie Kraft-Training mit Hanteln, der Kettlebell, Battle-Rope und LKW-Reifen
  • Danach kommen Zirkel-Training und HIIT (High-Intensity Interval Training)
  • Im Kommen sind Eigengewichts-Übungen mit minimalem Zubehör, möglich sind sie im Calisthenics-Park oder einem Fitness-Studio
  • Fitness-Angebote für Senioren können der Branche gutes Geld bringen, da die „Baby-Boomer“ der geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichen
  • Im Kommen ist Outdoor-Sport wie Laufgruppen, gemeinsame Radtouren oder organisiertes Wandern von halbtags bis mehrtägig
  • Durch Abnehm-Programme mit Diät und Kochkursen lässt sich weiterhin Geld verdienen
  • Für die Fitness-Branche interessant bleibt das Personal Training mit maßgeschneidertem Coaching

Die Verlierer

Die Sondereffekte der Pandemie liegen hinter uns, so die Studie weiter.

Rückläufig sind die Umsätze mit

  • Online-Training und
  • Home-Gyms, da die Sportler in ihre Studios und Gyms zurückkehren.

Die ASCM (American College of Sports Medicine) hat über 50.000 Mitglieder in 90  Ländern. Sie sorgt für die Umsetzung von Erkenntnissen aus Sportwissenschaft und -medizin in Ausbildung und Praxis. Für die “Worldwide Survey of Fitness Trends for 2023” wurden 4.500 Fitness-Pros befragt. Über die Hälfte der Befragten waren 10 Jahre und fast 30 % länger als 20 Jahre in der Branche.

Training mit der Kettlebell - voll im Trend der Fitness-Branche Weitere Infos: www.acsm.org

 

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Was weißt du über die Speznas? Что вы знаете о спецназе?

Ein Mann, der für den Siegeszug der Kettlebell mit verantwortlich ist, ist Pavel Tsatsouline. Geboren im belarussischen Minsk, ist Pavel heute Autor, Trainer und Vorsitzender der amerikanischen Strong First Inc. 

Nach einem Abschluss in Sportwissenschaften an der Uni Minsk wanderte Pavel in den 1990ern in die USA aus und machte dort die Kettlebell zu einem populären Trainings-Gerät. Er gründete die RKC (Russian Kettlebell Challenge) und verließ sie 2012, um Strong First zu gründen.

Nach eigenen Angaben war Pavel Tsatsouline in den 1980ern Ausbilder der russischen Speznas. Diese „Spezialnowo Nasnatschenija“ sind militärische Einheiten zur besonderen Verwendung. Sie können zum russischen Geheimdienst, der Armee oder zum Innenministerium gehören. Speznas werden eingesetzt, wenn die Missionen nicht bekannt werden dürfen oder extrem heikel sind.

Über die Ausbildung und Einsätze der Speznas ist nicht viel bekannt. Niemand weiß, wer sie sind und wo sie waren. Nach außen dringen höchstens kleine Details und Vermutungen, an welchen Vorgängen auch die Speznas beteiligt waren. Kurz: Sie gelten als Geisterarmee. Über sie kursieren Spekulationen und Legenden, und in Action-Filmen tauchen immer wieder ehemalige Soldaten der Speznas auf.

Was immer wieder zu hören ist: Soldaten der Speznas werden lange von ihren Familien getrennt und dürfen über ihre Verwendung nichts verraten. Die Ausbildung soll extrem hart sein und nur wenige bestehen die Aufnahme. Als Abzeichen tragen die Soldaten den Schatten einer Fledermaus vor einer Weltkugel, dazu ein rotes Barrett.

Die Stärke der Speznas wird auf 15.000 Soldaten geschätzt. Zum Vergleich: Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr hat rund 1.500 Angehörige, die amerikanischen Navy SEALs sind etwa 2.400 Mann stark. In der französischen Fremdenlegion dienen rund 10.500 Soldaten, das US Marine Corps zählt sogar 180.000 Aktive.

Wie diese Verbände mit der Kettlebell trainieren, dringt nicht so an die Öffentlichkeit. Andere sind stolz auf ihre Rekorde:

Im Februar 2022 stellte ein Soldat der New Zealand Army einen neuen Rekord fürs Guiness Buch der Rekorde auf: In 24 Stunden schaffte Leutnant Don Heald genau 10.571 Schwünge mit einer grünen Kettlebell von 24 kg. Weltrekord!

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