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Business Kettlebell Tagebuch

Sorgen machen müssen?

Ein bekannter Kettlebell-Hersteller lässt gerade schwer nach:

  • Kettlebells mit 12 kg und 16 kg seit Wochen nicht lieferbar, ausgerechnet die gängigsten Einsteiger-Gewichte mit der wohl höchsten Nachfrage
  • Kaum noch aktiv in den Social Media. Vermisst werden Trainings-Videos oder Beiträge auf Facebook und Instagram
  • Keine Rabatt-Aktionen mehr. Die gab es immer wieder zu Anlässen wie dem 4. Juli oder Helloween

Was ist da los? 

Auch die 56 kg Kettlebell ist nicht lieferbar, aber die interessiert nur eine ganz, ganz winzige Klientel. Dass es keine 12 kg und 16 kg Kettlebell mehr gibt, ist ein Hammer. Woran liegt das, was kommt?

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Trainer

Frauen-Power an der Kettlebell

Martina Korte aus dem Großraum Hamburg hat im Mai 2024 die Zertifizierung zum „Strongfirst Level 2 Instructor“ geschafft. Diese Prüfung wurde von Kettlebell-Pionier Pavel Tsatsouline entwickelt und berechtigt zur Ausbildung von Trainern.

Geboren in Hamburg, betreibt Martina seit 2020 ihr Studio in Lübeck (75 km von Hamburg über die A1). Auf 100 qm bietet sie dort 1:1 Personal Training, 1:3 Personal Training und Kettlebell Kleingruppen-Training an. Neben Kettlebells, Rack und Langhanteln integriert Martina Korte oft und gern auch Ringe ins Training.

Wandlung durch Kraft und Willen

Wie Martina auf ihrer Website schreibt, war ihre Jugend in den 40ern gefühlt vorbei. Dann kam die Wende: Martina Korte beschloss, eine bessere Version ihrer selbst zu werden.

  • Wie begann deine Reise mit der Kettlebell?

Um 2014 buchte ich ein Probe-Training in einer Crossfit Box. Uns wurden Kettlebells in die Hand gedrückt mit der Anweisung, den Rücken beim Schwung gerade zu halten. Als ich mehr darüber wissen wollte, erhielt ich weder im Gym noch auf Youtube eine befriedigende Auskunft.

Dann entdeckte ich, dass wir in Lübeck mit Andy Wiechmann einen RKC-zertifizierten Trainer haben. 2015 besuchte ich einen Anfängerkurs bei Andy und war restlos mit dem Kettlebell-Virus infiziert!

  • Welcher Kettlebell-Pionier hat dich besonders beeinflusst?

Definitiv Andy Wiechmann als RKC Teamleader. Nach dem Anfänger-Kurs blieb ich für 5 Jahre bei ihm im Gym. Später habe ich weitere Anfängerkurse als Co-Trainerin begleitet. Ich bin für diese Zeit sehr dankbar. Ich habe viel von Andy mitnehmen können, nicht nur übers Kettlebell Training, sondern auch über Langhanteln und das Bodyweight-Training!

Auch Pavel Tsatsouline ist mein großes Idol. Er hat ein geniales Trainings-System entwickelt und das Kettlebell-Training mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der russischen Gewichtheber verbunden. Ich habe seine Bücher verschlungen!

2023 hatte ich endlich das Glück, einen von Pavel Tsatsouline persönlich geleiteten Workshop zu besuchen, den Strong Endurance Workshop!

  • Was ist deine Mission, was möchtest du deinen Schülern vermitteln?

Das Wichtigste im Hardstyle-Kettlebell ist einfach: Qualität vor Quantität! Andy Wiechmann hat immer gesagt: Bewege dich erst besser, dann mehr! Die harte Arbeit beginnt erst, wenn man die Bewegungs-Qualität als selbstverständlich integriert hat.

Bei mir bedeutet Training immer: Lernen! Wer nicht lernen und an sich arbeiten will, ist bei mir falsch.

  • Auf deiner Website hebst du hervor, wie dir das Training gesundheitlich und mental sehr geholfen hat.

Bewegungs-Qualität ist der Schlüssel zu mehr Gesundheit und mehr Kraft! Viele orthopädische Probleme ergeben sich aus mangelnder Mobilität, mangelnder Stabilität und mangelnder Kraft. All diese drei Kompetenzen trainieren wir mit der Kettlebell. Immer nach dem Prinzip: Mobilität vor Stabilität vor Kraft!

Da das Kettlebell-Training sehr explosiv ist, fördert es den Aufbau der schnell zuckenden Muskelfasern (Typ 2). Diese gehen uns im Alter schneller verloren. Der Aufbau dieser Muskelfasern verleiht uns gefühlt mehr Jugendlichkeit und mehr Power!

Auch eine Stärkung des Geistes geht mit dem Aufbau der körperlichen Kraft einher. Durch das zum Teil sehr anstrengende Training wird außerdem eine hohe Stress-Resilienz trainiert.

  • Wie stehst du zum Thema „Frauen und die Kettlebell“? 

Meiner Erfahrung nach ist die Kettlebell hervorragend zum Kraft-Training für Frauen geeignet.

  1. Kettlebells wirken im Vergleich zur Langhantel kleiner und zarter. Frauen trauen sich dadurch eher an die Gewichte heran. Meiner Erfahrung nach haben immer noch zu viele Frauen Angst vor großen Gewichten.
  2. Frauen sind oft akkurater in der Übungs-Ausführung. Sie setzen das Prinzip der Bewegungs-Qualität oft besser um und sind dadurch technisch oft besser als Männer!
  3. Frauen sind auch beweglicher als Männer. Diese Kompetenz ist im Kettlebell-Training enorm wichtig, und dadurch sind Frauen einfach sehr gut!

3 Tipps für Einsteiger

  • Suche einen qualifizierten Kettlebell-Trainer, zumindest für die ballistischen Übungen. Der Swing ist eine schwer zu erlernende Übung, die sollte man nicht einfach aus einem Video abschauen
  • Wenn du einen qualifizierten Trainer gefunden hast, starte nicht mit zu kleinen Gewichten! Frauen nicht unter 8 kg bis 12 kg, Männer nicht unter 12 kg bis 16 kg
  • Wenn du keinen Trainer gefunden hast, können die Gewichte gar nicht klein genug sein!

Das Fazit von Martina Korte

  • Kettlebell Training ist genial für Menschen, die nicht nur körperlich etwas für sich tun wollen, sondern auch geistig wachsen wollen
  • Es ist nicht ganz einfach zu erlernen, weil die Gewichte zu schwer sind, sondern weil alle Übungen sehr komplex sind!
  • Mit dem Erlernen und Trainieren der Übungen wächst auch die Gehirn-Kapazität. Die Haltung wird aufrecht, und durch die aufrechte Haltung werden wir selbstbewusster.

Eine Kettlebell-Laufbahn

  • 2016 bestand Martina Korte im Rahmen des RKC Sommercamps den „kleinen“ HKC-Kettlebell Trainer-Schein als erste Dragondoor-Lizenz
  • Zuvor hatte sie bereits eine B-Lizenz fürs Fitness-Training sowie eine Lizenz als Personal Trainer und Functional Trainer, mit der sie bei Holmes Place als Personal Trainer arbeitete
  • 2017 erhielt Martina Korte die RKC 1 Lizenz. Fünf Jahre später strukturierte sich RKC in Deutschland neu. Da sich Dragondoor USA weitgehend zurückzog, entwickelte die deutsche Community eine eigene RKC-Lizenz mit 4 Stufen von A bis D
  • Es gab neue Tests, neue Handbücher, neue Workshops. Martina rezertifizierte zunächst die D- und C-Lizenz. Als es 2022 erstmals eine Strongfirst SFG 1 Zertifizierung in Deutschland gab, entschied sie sich zur Teilnahme und bestand

Es ist Martina wichtig, ein international gelisteter Kettlebell Instructor zu sein. Bei Strongfirst kann sie auf eine große und sehr informative Webseite zugreifen. „Wer sich übers Kettlebell-Training informieren möchte, kommt am Blog und Forum von Strongfirst einfach nicht vorbei“.

2024 bestand Martina Korte die SFG 2 Zertifizierung. „Endlich habe ich mein Ziel aus 2017 erreicht und bin Strongfirst Level 2 Instructor!“

Mehr über Martina Korte aus dem Großraum Hamburg

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Kettlebell Test-Bericht

Design-Skulptur und Sportgerät

Kettlebells werden dafür gebaut, dass sie in der Luft sind: Beim Swing, beim Snatch, beim Turkish Get Up. Aber es gibt auch Kettlebells, die zum Training vielleicht zu schade sind. 

Das Berliner Unternehmen Kenko Sports Equipment bietet Kettlebells um die 2.000 Euro an. Sie sind aus Edelstahl, Massivholz und Messing, alles vom Feinsten. Der Griffbügel wird aus massivem Walnuss oder Ahorn gefräst, und eine neue Verlegetechnik soll ihn langlebig und stabil machen. Der Übergang vom Griff zum Gewicht und die Beschriftung auf der Unterseite der Kettlebell sind aus poliertem Messing.

Die Kettlebells von Kenko sind in fünf Gewichten erhältlich, und zwar in Sprüngen von je 2 kg: 8 kg, 10 kg, 12 kg, 14 kg und 16 kg. Nach unserer Beobachtung sind Kettlebells mit 8 kg, 12 kg und 16 kg die wohl gängigsten Varianten, 10 kg und 14 kg eher exotische Zwischengrößen.

Kenko aus Berlin entwickelt und vertreibt Sportgeräte in einer besonderes hochwertigen Verarbeitung. Das Unternehmen wurde 2016 von Andreas Bachmann und Fritz Grospietsch gegründet. Der Fokus liegt auf extremer Qualität, lokaler Produktion und natürlichen Materialien. Seit November 2020 hat Kenko einen Showroom in der Tucholskystraße 47 in Berlin-Mitte.

Für die Praxis?

Dies ist kein Testbericht über Kettlebells, die wir mit eigenem Geld gekauft haben. Aber was wäre, wenn man die Kettlebells von Kenko zu normalen Preisen kaufen könnte?

  • Holz statt Eisen. Die meisten Anbieter von Kettlebells legen Wert auf die Feststellung, dass ihre Kugeln aus einem Guss sind. Das macht sie langlebig und nahezu unzerstörbar
  • Keine Kugelform. Die Kante einer Kenko kann beim Clean schmerzhaft auf den Unterarm schlagen
  • Keine Einbuchtung an der Kugel, mit der man die Kettlebell beim Dead Lift oder High Pull nahe am Körper führen kann
  • Eckiger Griffbügel. Der Bügel ermöglicht nur den Mittelgriff wie beim Swing. Ein Diagonalgriff wie beim Press oder Turkish Get Up wird durch die Ecken zur Quälerei. Der zweiarmige Swing mit der 12er dürfte gerade noch zumutbar sein

Das Fazit: Wer ernsthaft trainieren will, muss bei Kenko einige Unzulänglichkeiten in Kauf nehmen. Standard-Übungen wie der Dead Lift oder Kettlebell Swing müssten damit aber problemlos umzusetzen sein.

Eine besondere Faszination

Auf unsere Anfrage hat sich die Geschäftsleitung von Kenko die Mühe gemacht, die Faszination dieser besonderen Kettlebells zu verdeutlichen.

  • Welche Zielgruppen gehören überwiegend zu Ihren Käufern?

Unter dem Leitsatz „Sportgeräte, so schön wie Ihr Zuhause“ entwickeln und produzieren wir seit 2018 hochwertiges Equipment für die Anwendung im Home-Fitness, Hotel und Personal Training. Wir haben dabei den Anspruch, dass unsere Produkte auch bei Nichtgebrauch eine „gute Figur“ machen und sich nahtlos in hochwertige Einrichtungskonzepte integrieren lassen. Unsere Zielgruppe sind daher sowohl Privatpersonen und Personal Trainer als auch Hotels und Spas.

  • Wo werden Ihre Kettlebells produziert?

Wir halten unsere Lieferketten kurz und fertigen „Made in Germany“ und unseren Nachbarländern. Der Stahlkörper der Kettlebell wird von einer deutschen Firma mit Fertigung kurz hinter der polnischen Grenze gedreht. Die Griffe aus kreuzverleimten Nussbaum oder Ahorn werden in NRW in einem aufwändigen und neuartigem Verfahren gefräst und anschließend von Hand in Form gebracht. Unsere Fertigung in Berlin fügt die Teile in Handarbeit zusammen, veredelt sie mit vergoldeten Messingelementen, testet auf Qualität und Sicherheit getestet und liefert an Kunden in aller Welt. Jede Kettlebell ist dabei ein Unikat. Wir fertigen nicht in Masse, sondern bei uns zählen der Manufaktur-Gedanke und der Anspruch, ein einzigartiges und langlebiges Produkt zu schaffen.

  • Welche Service-Leistungen bieten Sie nach dem Kauf?

Wir bieten unseren Kunden bei kleineren Produkten wie unseren Aerobic Hanteln kostenlosen Service auf Oberfläche und Funktion an und tauschen ggf. Teile aus. Bei schweren Produkten wie Hanteln und Kettlebells bieten wir je nach Situation und Ort gegen Entgelt eine Generalüberholung an. Allerdings kommt das so gut wie nie vor: Wir können stolz behaupten, dass wir nach 6 Jahren und hunderten Bestellungen nur 2 Retouren hatten.

  • Gibt es Kettlebells von Kenko, die sich im regelmäßigen Training bewähren müssen?

Unsere Kettlebells kommen neben der Nutzung im Zuhause auch bei Personal Trainern zum regelmäßigen Einsatz.

  • Rechnet sich diese Kettlebell für Kenko? Edelstahl aus einer Gussform, keine Beschichtung, kein Holzgriff, Hardstyle-Bauform, coole Messing-Gravur auf der Kugel, 12 kg oder 16 kg, Preis unter 400 Euro.

Wir können und wollen uns mit unseren Produkten nicht an Marken wie Kettlebell Kings oder Decathlon messen. Wir fertigen Unikate in Kleinstserie „Made in Germany“. Auch wenn wir versuchen, unsere Preise demokratisch zu halten, hat diese Qualität einen Preis. Wer aber eine Kettlebell von Kenko kauft, der kauft eben nicht nur ein hochwertiges und funktionales Sportgerät, sondern einen langlebigen, zeitlosen und skulpturalen Einrichtungs-Gegenstand, der so schön ist, dass er stolz im Wohnzimmer seinen Platz findet und an dem Sie sich Ihr Leben lang erfreuen.

Abbildungen (3): Kenko

Mehr über Kenko

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Tagebuch

Heute entdeckt: USA Iron

Wie der Name verspricht, ist USA-Iron ein US-Hersteller von Gusseisen-Kettlebells. Bei uns sind diese Kettlebells noch nicht zu kaufen, ein Vertrieb in Deutschland scheint noch nicht zu existieren.

Die Website bietet großartige Infos über die wichtigsten Übungen mit der Kettlebell und welches Gewicht sich für wen am besten eignet.

Weitere Infos: https://www.usa-iron.com/

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Tagebuch Zubehör

Diesen Tracker will ich nicht!

Immer noch auf der Suche nach einem Tracker zur Aufzeichnung meiner Fitness-Daten. In die Wahl kommt jetzt auch Xiaomi, ein chinesischer Elektronik-Hersteller, nach eigener Aussage drittgrößter Smartphone-Anbieter der Welt.

Bislang ist mir Xiaomi nicht weiter aufgefallen, aber im Web finde ich den Hinweis auf einen Flagship Store in München. Er liegt im Untergeschoss des Stachus, ein beliebtes unterirdisches Einkaufszentrum. Die Passagen verbinden die Innenstadt von München mit dem Hauptbahnhof und der S- und U-Bahn.

In einem Nebengang der Passagen finde ich Xiaomi. Erster Eindruck: Das ist kein Flaggschiff, sondern ein Basar. Auf dem Boden stehen Stapel von Kartons, zum Teil geöffnet, das sieht nicht nach besonderer Ordnung hier aus. Aber auch keine Überraschung, denn genau davor warnen die Besprechungen auf Google. Auch am Rest des Ladens lassen die Kritiker kein gutes Haar.

Service geht anders!

Aber ich bin hier vor Ort: Im Flagship Store von Xiaomi arbeiten zwei Asiaten, beide im Gespräch mit einem Paar, offenbar aus Osteuropa. Es geht um die Reklamation an einem E-Scooter, doch beide Mitarbeiter scheinen nichts zu verstehen. 

Dann redet das Paar redet nur noch auf einen der Mitarbeiter ein, doch der zeigt keine Reaktion. Sein Kollege starrt in sein Smartphone. Das Paar aus Osteuropa kriegt keine Antwort.

Ich schaue mich um, auf der Suche nach einer Xiaomi Smart Band 8 Pro. Die verspricht moderne Technik, dagegen ist meine Withings Move wie aus der Steinzeit übrig. 

Ich muss lange suchen, zwischen all den E-Scootern, Haushaltsgeräten, Smartphones und Tablets. Von dem Fitness Tracker, den ich suche, ist nur der Vorgänger ausgestellt. In ungeöffneter Originalverpackung. Also nicht das, was ich suche

Die Diskussion der Kundschaft wird intensiver. Einer der zwei Mitarbeiter hat sich endgültig abgewendet, der andere starrt weiterhin in sein Smartphone. Das missfällt dem Kunden, er fordert den Mitarbeiter auf, ihm zuzuhören. Doch der blickt nicht von seinem Handy hoch.

Nein, danke!

Der Kunde droht mit der Polizei, damit der Mitarbeiter endlich hochschaut. Vielleicht hat er ein Problem mit der deutschen Sprache, genau wie es die Kritiker auf Google ebenfalls erlebt haben.

Hier möchte ich nicht bleiben. Nur 200 m vom Flagship Store  am Stachus liegt eine Filiale von Saturn, dem Elektro-Großmarkt. Dort finde ich den aktuellen Fitness Tracker von Xiaomi. Macht einen guten Eindruck, das Display ist vielleicht nicht so brillant wie das auf meinem iPhone. 

Ich bin mit einem Kaufwunsch losgezogen. Soll ich bei Saturn zuschlagen? Beim Gedanken, dass auch ich das Gerät reklamieren könnte, zögere ich. Wenn’s im Flagship Store schon so zugeht, wie ich es erlebt habe, gruselt es vor dem Rest. Meine Suche geht weiter.

Abbildungen (2): Xiaomi

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Anfänger München Tagebuch

Mein Kettlebell-Kurs in München

An einem Sonntag besuche ich ein dreistündiges Kettlebell-Seminar der KRABA, das ist die Kraft- und Bewegungs-Akademie in München. Das Studio liegt im Untergeschoss eines Gewerbebaus in München-Obersendling, ich erreiche es in vier Stationen mit dem Bus.

Wir treffen uns in einem großen Gym, in dem nicht nur mit der Kettlebell trainiert wird: Es gibt jede Menge Racks und Langhanteln, dazu endlos Zubehör. Mit mir sind es zehn Teilnehmende aus München und Oberbayern, darunter eine Frau mit 50 km Anreise. Das zeigt, wie schwierig es noch ist, einen guten Kettlebell-Kurs zu finden.

Unsere Trainer sind Christine und Moritz Rammensee, die Inhaber der KRABA in München. Sie leben und lehren den Hardstyle, den Pavel Tsatsouline im Westen eingeführt hat.

Der Kurs beginnt mit auflockernder Gymnastik, danach stehen der Kettlebell Swing und Turkish Get Up auf dem Programm.

Swing und Turkish Get Up

Der Kettlebell Swing geht aus dem fundamentalen Deadlift oder Kreuzheben hervor. Nach einem Einstieg mit reduzierter Bewegung werden die Atmung und Spannung in Bauch und Oberschenkeln demonstriert und geübt.

Danach kommt der Turkish Get Up, eine zentrale Kettlebell-Übung für alle großen Muskelgruppen. Der Trainer demonstriert eine gymnastische Vorstufe ohne Kettlebell, bestehend aus einem Kuschel-Start übers Aufsetzen bis zum „Scheibenwischer“ zum finalen Aufrichten.

Nach dem Einstieg proben Zweiergruppen mit einer leichten Kettlebell den TGU: Eine/r übt das Aufstehen, gleichzeitig kontrolliert ein „Spotter“ die Kettlebell „wie eine heiße Kartoffel“. So langsam gelingt der TGU den Teilnehmenden immer besser, bald auch ohne Hilfe durch den Spotter.

Nach einem Abschluss-Workout aus Swings und Planks sitzen die Teilnehmenden im Kreis, Christine und Moritz beantworten offene Fragen: 

  • Worauf sollte man beim Kauf einer Kettlebell achten?
  • Wie bringt man Training und Erholung in Balance?
  • Wie können sich die Teilnehmenden mit der Kettlebell weiter entwickeln?Was hat’s gebracht? 
  • Kettlebell-Training mit starken Trainern ist geil! Es bleibt spannend, neue Trainer, neue Gedanken und neue Wege kennen zu lernen
  • Der TGU ist nicht meine Übung, aber ich werde an den Zubringer-Übungen dranbleiben
  • Ich werde den Kettlebell Swing forcieren, vielleicht mit einer Challenge von 100 Swings pro Tag. Worauf es ankommt, habe ich im Kurs ja gelernt

5 Dinge, die ich gelernt habe

  • Beim Girevoy Sport geht’s um Ausdauer mit vielen Reps, aber Hardstyle ist Sprint, keine Langstrecke
  • Besser 3 gute Wiederholungen als 10 schlechte, denn man gewöhnt sich an die guten wie an die schlechten
  • Beginne jede Übung mit der schwächeren Seite, sonst wird die stärkere Seite noch stärker
  • Es bringt nichts, sich total zu verausgaben. Am nächsten Tag bricht deine Leistung ein. Besser nicht ganz so viel trainieren, dafür aber regelmäßig
  • Behandele jede Kettlebell wie eine mit 48 kg.

Mehr über die KRABA in München

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Ernährung Tagebuch

Nix im Tank

Meine Frau fährt für 5 Tage zu ihrer Familie. Also keine gemeinsamen Mahlzeiten, Zeit zum Fasten und Abnehmen. Ich esse deutlich weniger, die Waage im Bad zeigt jeden Tag weniger Gewicht.

Workout mit den Kettlebells? Vergiss es! Ein paar Übungen zum Aufwärmen, danach Swings mit 16 kg, Clean & Press weit unterm Standard.

Ich stelle fest, wie wichtig die Ernährung für ein sinnvolles Kettlebell-Training ist. Ohne Energie im Körper kein Volumen im Workout. Sobald meine Frau wieder daheim ist, geht’s normal weiter.

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Anfänger Tagebuch Trainer

Lernen an der „YouTube-Universität“?

Mehrere Trainer haben mich bereits vor der „YouTube-Universität“ gewarnt. Ich kann mir vorstellen, was sie damit meinen: Auf Youtube und in den Social Media, darunter Facebook oder Instagram, findest du tonnenweise Videos und Lehr-Material zum Kettlebell-Training.

Die Vorteile

  • Kostenlos: Fast alle Kettlebell-Clips lassen sich gratis ansehen. Darunter auch hochwertiges Material von bekannten Trainern wie Pavel Tstsouline („Enter the Kettlebell“) aus den USA
  • Rund um die Uhr: Die Videos stehen 24×7 zur Verfügung. Du kannst sie auf deinem Endgerät abrufen und anschauen, wann und wo immer du möchtest
  • Endlos viel: Du kannst nicht mehr überblicken, wie viel Material abrufbereit ist. Aus Deutschland, den USA und Osteuropa, wo eine Kettlebell fast in jedem Haushalt zu finden ist

Es gibt auch Nachteile

  • Nur zu Werbezwecken: Die großen Trainer verschenken ihr Wissen nicht. Du siehst nur Teaser, die richtig guten Tipps gibt’s hinter der Paywall und kosten Geld
  • Nicht nur gute Trainer: Jeder darf Kettlebell-Videos online veröffentlichen. Leider auch Trainer ohne Zertifizierung oder didaktische Erfahrung. Da jeder alles veröffentlichen darf, ist auch viel Schrott darunter
  • Kein Feedback: Du schaust dir die Videos an und versuchst, die Übungen selbst auszuführen. Aber keiner kümmert sich darum, ob du eine Übung gut drauf hast oder ob du dir damit schadest

Auch Trainer haben Nachteile

  • Es gibt nicht viele: Die Arbeit mit der Kettlebell ist in Deutschland noch immer eine winzige Nische, und kompetente Trainer sehr schwer zu finden
  • Nicht nur gute Trainer: Es gibt keine geregelte Ausbildung zum Kettlebell-Trainer. Jeder darf sich so nennen, auch wenn er oder sie keine Qualifikation vorweisen kann
  • Feste Zeiten: Wo Kettlebell-Training angeboten wird, müssen die Teilnehmenden pünktlich anwesend sein. Wer etwas Anderes vorhat oder zu spät kommt, hat Pech
  • Gebühren: Die Zeit und das Studio eines Trainers kosten Geld, das von den Schülern zu bezahlen ist

Die Realität, das Fazit

  • YouTube und die Social Media kosten nix, aber was sie bringen, ist Glücks-Sache und oft zweifelhaft
  • Ein guter Trainer ist durch nichts zu ersetzen. Er oder sie beobachtet dich im Training, erkennt deine Schwächen und zeigt dir die richtige Durchführung einer Übung
  • Wenn du das Glück hast, dass es in deiner Nähe Kettlebell-Training gibt, dann scheue nicht die Kosten, sondern lerne die Technik von Grund auf und von einem kompetenten Ausbilder.

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Tagebuch

Die neue Zauberformel: 6-12-25

Heute bringt die BILD das Foto einer Frau, die im Sitzen eine Kettlebell stemmt. Die Titelzeile lautet „Keine Lust auf Fitness-Studio“ – das Foto zeigt eine Kettlebell-Übung in heimischer Umgebung, nicht im Studio.

Der Beitrag steht für einen Fitness-Trend, der anscheinend gerade die Fitness-Studios erobert: 6-12-25. Man beginnt mit dem schwersten Gewicht (6 Reps), wechselt zu einem leichteren (12x) und einem noch leichteren Gewicht (25x).

Dass das Kettlebell-Foto in einem Wohnzimmer aufgenommen wurde, gibt Hoffnung. Vielleicht kaufen sich mehr Frauen eine eigene Kettlebell, damit sie ohne Studio-Gebühren und Wegezeiten zuhause trainieren können. Vielleicht stecken diese Damen sogar ihre Männer an, mit der Kettlebell zu trainieren. Sie mit 8 kg oder 12 kg, er mit 16 kg oder 24 kg.

Abbildung (1): BILD, Getty

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Test-Bericht

Schön bunt, aber reicht das?

Wer hier schon reingelesen hat, der weiß, dass ich kein Freund von Kettlebells aus Kunststoff bin. Warum das so ist, bestätigt sich in einem Gym, wo ich mit mehreren Kettlebells aus Kunststoff trainiert habe. 

Bei den Kettlebells handelt sich um No-Name Modelle, die ich keinem Marken-Hersteller zuordnen kann. Eine Bildersuche mit Google bringt mehrere Anbieter mit ähnlich aussehenden Kettlebells. Vielleicht werden alle vom gleichen Hersteller in Fernost produziert und über mehrere Kanäle vertrieben.

Bevor wir ins Detail gehen: Für Kettlebells aus Kunststoff sprechen mehrere Vorteile. Sie sind preisgünstiger als Kettlebells aus Gusseisen, können nicht rosten und sind mit ihren Farben ein auffälliger Blickfang.

Die Nachteile: Kettlebells aus Kunststoff neigen zum schnelleren Verschleiß und können bei einem Sturz leicht brechen. Ihr maximales Gewicht liegt bei rund 20 kg. Kettlebells aus Gusseisen sind mit viel höheren Gewichten erhältlich, einige sogar schwerer als die goldenen Competition Kettlebells mit 48 kg.

Jetzt will ich aber mehr über die Kettlebells aus Kunststoff erfahren. Im Gym gibt es acht davon, das Gewicht zwischen 4 kg und 20 kg. Am meisten interessiert mich die Plastik-Kettlebell mit 20 kg, ein Gewicht, das zwischen den Kettlebells mit 16 kg und 24 kg in meinem Home Gym liegt. Laut Anbieter beträgt die maximale Griffstärke 4,7 cm, am breitesten sind die Hörner gleich an der Kugel. 

Zum Vergleich: Für die leichtere 16-kg-Kettlebell von RKC (Russian Kettlebell Challenge), die Premium-Marke von Dragon Door, wird von Kettlebellshop.de eine deutlich geringere Griffstärke von 35 mm oder 38 mm (Standard) angegeben. Beim Goblet Squat, zu dem man eine Kettlebell an den Hörnern greift, ist die 20-er aus Kunststoff viel zu unhandlich. Ich schaffe sogar die Reps, die ich mit meiner 16-kg-RKC gewohnt bin, nicht ganz.

Aber das ist nicht alles: Grundsätzlich ist die Griffigkeit von Kunststoff-Kettlebells im Vergleich zu Gusseisen oder Stahl nicht optimal. Dies führt zu Problemen beim Halten oder dem Ausführen von Übungen, insbesondere bei schwitzenden Händen.

Das erlaubt nur eine Folgerung: Mit einer Kunststoff-Kettlebell spart man beim Kauf, aber man verliert im Workout an Volumen. Zudem ist damit zu rechnen, dass sie nicht so lange durchhält wie ein Modell aus Gusseisen. Über ihren Wert beim Wiederverkauf möchte ich besser nicht nachdenken.

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