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Business Tagebuch

Wann sterben die Kings?

Nachdem ich 2022 mit Kettlebells an den Start ging, fiel mir ein US-Hersteller besonders positiv auf: Die Kettlebell Kings aus Texas hatten Gründer mit Herzblut, eine lebhafte Online-Community und Kettlebells in Premium-Qualität. 

Heute besitze ich vier Kugeln der Kings, die Dinger sind super. Dazu drei Hoodies, alle aus reiner Baumwolle, auch die von erlesener Qualität.

Doch dann änderte sich einiges: Die Razor Group aus Berlin übernahm die Kettlebell Kings. Dieser E-Commerce Aggregator kaufte viele kleine Hersteller und bündelte deren Vermarktung und Logistik.

Vielleicht ein Geschäfts-Modell, das während der Pandemie funktionierte. Aber die ist ja überstanden. Heute sind die Probleme der Kettlebell Kings massiv und existenziell:

  • Anhaltende Abwärts-Spirale
  • Juristische Schlamm-Schlachten
  • Zusammen-Bruch des operativen Geschäfts.

Die Probleme

  • Rechts-Streitigkeiten

Die Gründer von Kettlebell Kings haben eine Millionen-Klage gegen die Razor Group eingereicht. Der Vorwurf: Nach dem Verkauf der Marke wurden laut Klage vertraglich vereinbarte Gewinn-Beteiligungen und Kaufpreis-Raten nicht gezahlt.

  • Miss-Management

Die Gründer, die das Geschäft zunächst weiterführen sollten, warfen der Razor Group vor, keine Gelder mehr für den Einkauf von neuer Ware bereitzustellen. Zulieferer und Hersteller wurden demnach nicht mehr bezahlt, was die etablierten Liefer-Ketten zerstörte. 

  • Zusammenbruch der Lieferketten

Das operative Geschäft leidet unter extremem Waren-Mangel. Über lange Zeiträume war der offizielle Online-Shop der Kettlebell Kings nahezu vollständig ausverkauft.

Mehrere Kunden berichten in Fitness-Foren über Verzögerungen bei der Auslieferung. Sie erhielten keine Ware und mussten ihr Geld zurückfordern.

  • Rückzug vom direkten Markt und Abverkauf

Um zu überleben, wurde die Strategie der Marke radikal verändert: 

  • Fokus auf Amazon: Der eigene Shop kann nichts mehr liefern. Bestände wurden nur noch über Amazon abverkauft.
  • Die einst extrem breite Produkt-Palette mit schweren Competition-Kettlebells über 40 kg ist nicht mehr lieferbar.

Zusammenfassend

Die Marke Kettlebell Kings leidet unter den typischen Folgen der Krise der E-Commerce-Aggregatoren.

Da die neue Mutter-Gesellschaft Razor Group in den letzten Jahren eigene Liquiditäts-Probleme lösen musste, fehlt das nötige Kapital, um Lager-Bestände zu halten. Dazu ein massiver Vertrauens-Verlust beim Kunden und ein stark geschrumpfter Markt-Anteil.

Vielleicht ist die Frage: „Wann sterben die Kings?“ schon überholt. Oder sollte es heißen: „Wie lange sind die Kettlebell Kings schon tot?“

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Business Tagebuch

Abschied von Dragon Door

Der US-Verlag Dragon Door, verantwortlich für die „Russian Kettlebell Challenge“ (RKC) mit Büchern, Kettlebells und Zertifizierungen, hat seine Website abgeschaltet. Die Domain war über Jahrzehnte das Zentrum des Kettlebell-Hardstyle im Westen. 

Der 1991 von John Du Cane (Foto) gegründete Verlag entdeckte den jungen Pavel Tsatsouline als Autor und Kettlebell-Pionier. Neben Büchern wie „Power to the People“ und „The Russian Kettlebell Challenge“ entstanden die Kettlebells der Marke RKC und die gleichnamige Zertifizierung für Instruktoren.

John Du Cane, geboren 1949 in Großbritannien, studierte in Cambridge und arbeitete vor seiner Verleger-Karriere als Autor und Filme-Macher. Unter seiner Leitung konzentrierte sich Dragon Door zunächst auf Tai Chi, Qigong und alternative Heil-Methoden, später auf Fitness- und Kraft-Training. 

Dragon Door wurde so zu einem der maßgeblichen Verlage für funktionelles Kraft-Training und Kettlebell-Training weltweit. 2012 trennten sich Pavel Tsatsouline und Dragon Door, und Pavel gründete die heutige Strong First, Inc.

Von dem über 75 Jahre alten John Du Cane gibt es noch keine offizielle Erklärung über die Weiterführung von Dragon Door und der Bücher, RKC-Kettlebells und -Zertifizierungen.

Zur Lage in Deutschland sprachen wir mit Robert Rimoczi, Master RKC und der am höchsten zertifizierte Instruktor unseres Landes. „Kurz gesagt: Es ändert sich nichts“, sagte uns Robert in München.

„Die Produktion der Kettlebells für Deutschland organisiere ich seit Jahrzehnten selbst mit dem Hersteller, ebenso die Zertifizierungen,“ so Robert weiter. „Dragon Door erhielt dafür lediglich Lizenz-Gebühren – die entfallen jetzt. Die RKC-Kettlebells werden weiter angeboten, und auch die Zertifizierungen bestehen weiter.“

Wie es mit der Marke RKC weltweit weitergeht, sieht Robert Rimoczi so: „Parallel versuche ich, die weltweite Organisation gemeinsam mit weiteren RKC-Mastern neu aufzustellen. Die Idee ist ein internationales RKC, das keine Firma ist, sondern ’nur‘ die weltweit beste Kettlebell-Zertifizierung. Ob wir das schaffen, hängt jetzt von uns ab. Ich bin optimistisch!“

Fotos (2): privat, Symbol-Grafik von grok.com

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Business Tagebuch

Ausverkauft!

Heute habe ich den Online-Shop der Kettlebell Kings besucht – und musste feststellen: Alles weg! Ob Gusseisen- und Competition Kettlebells oder die verstellbaren System-Kettlebells – alle Kategorien sind leergefegt. Auch Zubehör wie Keulen oder Kleidung – Fehlanzeige. Kein einziges Produkt mehr im Shop.

Was ist da los?

Liegt es an einer plötzlichen Nachfrage-Explosion? Oder gibt es handfeste Probleme mit Zoll, gestörten Lieferketten oder Container-Mangel? All das ist derzeit nicht ungewöhnlich.

Möglicherweise steckt auch ein strategischer Wechsel nach der Übernahme durch die Razor Group aus Berlin dahinter. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, kleine DTC-Marken (Direct to Consumer) aufzukaufen, um sie profitabel auf Plattformen wie Amazon anzubieten. 

Und siehe da, ein Blick zu Amazon: Dort sind die Produkte der Kettlebell-Kings noch erhältlich. Allerdings nur ausgewählte Größen wie Gusseisen-Kettlebells mit 10 kg, 16 kg, 36 kg und 40 kg, also nicht lückenlos. Competition Kettlebells gibt es in eher ungewöhnlichen Zwischengewichten wie 14 kg oder 34 kg. Die Preise wirken willkürlich – sie folgen nicht dem Gewicht, sondern einer anderen Logik.

Woran liegt’s?

Im Jahr 2022 wurden die in Texas gegründeten Kettlebell Kings durch die Razor Group übernommen. Seitdem gehören die Kings zu einem E-Commerce-Konglomerat, das durch externes Risikokapital finanziert wird und auf Effizienz, Skalierung und schnelle Rendite setzt.

Was das bedeutet?

  • Lager können verlegt oder zentralisiert worden sein
  • Sortimente werden gestrafft, denn weniger Varianten bedeutet einfachere Logistik
  • Der Vertrieb wird von der eigenen Website zu Amazon verlagert

Denn Lagerhaltung kostet. Wer schnell wachsen will, ohne viel Kapital zu binden, produziert nur kleine Chargen. Wenn die schnell weg sind – Pech für die Kunden. Und für Fans einer einst unabhängigen Qualitäts-Marke ein echtes Ärgernis.

Vielleicht nur ein temporärer Engpass. Vielleicht ein Zeichen für die neue Richtung. Auf jeden Fall: Es bleibt spannend mit den Kettlebell Kings.

(Stand: 21. April 2025)

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Business Tagebuch Test-Bericht

Testbericht: 32 kg Kettlebell von HQ Germany

Meine Powdercoat Kettlebell 32 kg von HQ Germany ist angekommen. Sie stammt aus dem „Boneyard“ des Herstellers, ist also B-Ware mit leichten Mängeln. Laut HQ hat sie

  • Leichte Kratzer oder Beschädigungen an der Beschichtung
  • Leichte Rostflecken
  • Sonstige Schönheits-Mängel
  • Leicht unebener Boden
  • Außerhalb der Gewichts-Toleranz

Wegen dieser Mängel kostet diese Gusseisen-Kettlebell statt 136 Euro Listenpreis nur noch 94,99 Euro (Stand: März 2025).

Aber: Die Mängel muss ich erst einmal suchen. Bei der Gravur des Hersteller-Logos ist das blanke Eisen zu sehen, auf der Rückseite hat die Beschichtung einen Treffer abgekriegt. Zwei optische Mängel, die mich beim Vollpreis geärgert hätten, aber wenn das alles ist?

Dass sie einen unebenen Boden aufweist, stelle ich nicht fest. Beim Deadlift steht sie nach dem Absetzen bombenfest auf dem Boden, nichts kippt, nichts wackelt.

Diese Kettlebell ist perfekt für mein Home-Gym im Keller. Wieder ein sehr guter Deal, nachdem auch meine 24 kg Kettlebell von HQ Germany nur wenige Mängel als B-Ware hatte.

Ist aber Glücksache, wenn man eine Kettlebell gezielt sucht. Wer eine neue Kugel braucht, sollte unbedingt bei HQ Germany reinschauen, vielleicht gibt es dort die richtige gerade zum Sonderpreis.

Der rote Ring an den Hörnern entspricht dem internationalen Farb-Code für Kettlebells mit 32 kg.

Rechnet sich der Preis?

Aber wie kalkuliert sich der günstige Preis mit den Kosten für Produktion, Transport und Steuern?

1. Material (Eisen/Gusseisen)

  • Rohes Gusseisen kostet aktuell etwa 1,50 bis 2,00 €/kg
  • Für 32 kg wären das ca. 48 € bis 64 € an Material-Kosten
  • Als B-Ware könnte das Eisen aus nicht ganz optimalem Guss stammen oder aus einem Produktions-Überschuss

Daraus ergeben sich Material-Kosten zwischen 50 € und 60 €

2. Produktion

  • Gießen und Formen: ca. 5 € bis 10 €
  • Pulver-Beschichtung: ca. 5 € bis 10 €
  • Qualitäts-Kontrolle und Verpackung: ca. 5 € (minimal, da B-Ware)

Daraus ergeben sich Produktions-Kosten zwischen 15 € und 25 €

3. Transport

Seefracht von China nach Europa

  • Falls Importware: ca. 1  € bis 2 €/kg
  • 32 kg x 1,5 €/kg = ca. 48 € für die Einzelfracht
  • Für Massenlieferungen reduziert sich das deutlich

4. Lager und Versand an Kunden

  • Der Händler muss sie lagern und verschicken, ca. 10 € bis 20 €
  • Direktversand aus Zentrallager spart etwas.

Die Transport-Kosten: 20 € bis 30 €, wenn aus EU, oder ca. 50 €, wenn Import per Einzelversand

5. Steuern und Gebühren

  • 19 % MwSt. in Deutschland: von 94,99 € sind das ca. 15 €
  • Falls Importware: Zollgebühr 2 % bis 5 %, je nach Warengruppe.

Der Steuer-Anteil liegt demnach zwischen 15 € und 20 €

Die Gesamtkosten liegen zwischen 90 € und 155 € für diese Kettlebell

  • Wenn der Hersteller sie selbst verkauft, könnte er ganz knapp mit einem kleinen Gewinn oder Nullmarge rauskommen.
  • Wenn ein Importeur sie verkauft, könnte es ein Abverkauf sein, um Lagerbestände loszuwerden, eventuell sogar mit Verlust

Das Fazit:

  • Falls der Händler nur noch die Lagerkosten decken will, könnte der Preis realistisch sein
  • Falls direkt vom Hersteller verkauft, könnte es ein Grenzpreis sein, aber mit minimaler Marge
  • Machbar, aber wahrscheinlich ein Abverkauf, um Lagerfläche frei zu bekommen

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Business Szene Tagebuch

Stark nachgelassen?

Heute kommt die neueste Lieferung von den Kettlebell Kings: Ein schwarzer Hoodie für formvollendete Auftritte. Geliefert wird er von unserer Zustellerin der Deutschen Post. Erster Eindruck: Dieser Hoodie ist erstklassig in Material, Passform und Verarbeitung.

Die Sendung mit dem Hoodie kommt aus Lettland, so der beiliegende Laufzettel, bestellt am 29. September und geliefert am 7. Oktober. Das sind 8 Tage, dazwischen liegen ein Feiertag und das Wochenende. Frühere Sendungen der Kings wurden aus Deutschland versandt und kamen deutlich schneller bei mir an.

Muss ich mir Sorgen um den Hersteller machen? Das wäre wirklich schade. 

Die Kettlebell Kings wurden von Jay Perkins in San Antonio in Texas gegründet. Jay war ein junger Wilder, der sein Unternehmen mit Herzblut nach oben brachte: Hervorragende Produkte, vorbildliche Kundenpflege und eine lebhafte Online-Community. Dann verkaufte er seine Kings im mittleren siebenstelligen Bereich und ist heute Betreiber des Fitness-Portals „Living.fit“.

Gekauft wurden die Kettlebell Kings von der Razor Group aus Berlin, einem E-Commerce Aggregator. Diese Unternehmen kaufen reihenweise kleine Hersteller auf und vertreiben deren Produkte über eine einzige Online-Plattform. Während der Pandemie erlebten sie einen Höhenflug, angetrieben durch den Boom im E-Commerce und günstige Zinsen. Mit Ende der Pandemie stockte das Wachstum, da die Zinsen wieder stiegen und viele Aggregatoren auf einem Schuldenberg saßen.

Aber wie geht es den Kings seitdem? Kettlebells mit 12 kg und 16 kg sind seit Monaten ausverkauft, dabei müssten gerade diese Gewichte die höchsten Umsätze bringen. Das ist bedenklich und erinnert an die Drogerie-Kette Schlecker. Auch bei denen fehlten oft wichtige Artikel im Markt, bis das traurige Ende kam.

Dass die Qualität der Kettlebell Kings noch stimmt, belegen meine 20 kg Competition Kettlebell vom August dieses Jahres und der schwarze Hoodie von heute. Stark nachgelassen haben die Verfügbarkeit der wichtigsten Kettlebells und deren Logistik. Auch die Online-Inhalte wurden deutlich reduziert. Hoffentlich keine Anzeichen dafür, dass es mit den Kettlebell Kings weiter bergab geht.

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Business Fitness-Studio Home-Gym Szene

Wie brachten uns Kettlebells durch die Pandemie?

Unsere Hochzeit während der Pandemie – am 22.02.2022

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf die Kettlebell-Szene? Hier einige der wichtigsten Folgen:

  • Schließung von Studios und Kursen

Mit den Lockdowns und der Schließung von Fitness-Studios wurden viele Kettlebell-Kurse und Trainings-Gruppen unterbrochen. Dies führte dazu, dass viele Menschen nach Alternativen suchten, um von zu Hause aus zu trainieren.

  • Boom von Home-Workouts

Aufgrund der Studio-Schließungen nahmen Home-Workouts, insbesondere mit minimalem Equipment wie Kettlebells, stark zu. Kettlebell-Training war ideal, da es wenig Platz und nur ein einzelnes Gewicht erfordert. Die Nachfrage nach Kettlebells stieg enorm, es gab Phasen sogar, in denen sie schwer zu finden oder teurer waren.

  • Online-Kurse und -Workshops

Viele Kettlebell-Trainer und Fitness-Coaches wechselten zu Online-Formaten. YouTube-Kanäle, Livestream-Trainings und Online-Workshops erfreuten sich großer Beliebtheit. Dadurch konnten Menschen trotz der Pandemie in Kontakt mit der Szene bleiben und Neues lernen.

  • Wettkämpfe und Events

Kettlebell-Wettkämpfe und -Events wurden entweder abgesagt oder in den Online-Bereich verlagert. Athleten mussten ihre Wettkämpfe zu Hause oder in kleinen Gruppen absolvieren und die Ergebnisse virtuell einsenden. Dies führte zu einer Neuausrichtung von Wettbewerben und teilweise zu geringerer Teilnahme.

  • Langfristige Veränderungen

Selbst nach den Lockdowns blieben einige der Veränderungen bestehen. Viele Menschen haben sich an das Home-Training gewöhnt und setzen weiterhin auf Kettlebells als Teil ihrer Fitness. Auch Online-Kurse und virtuelle Trainer-Sitzungen blieben ein wichtiges Element in der Fitness-Welt.

Insgesamt hat die Pandemie das Kettlebell-Training einem breiteren Publikum zugänglich gemacht und die Art und Weise verändert, wie Menschen trainieren, indem sie mehr Flexibilität in das Training integriert hat.

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Business Kettlebell Tagebuch

Sorgen machen müssen?

Ein bekannter Kettlebell-Hersteller lässt gerade schwer nach:

  • Kettlebells mit 12 kg und 16 kg seit Wochen nicht lieferbar, ausgerechnet die gängigsten Einsteiger-Gewichte mit der wohl höchsten Nachfrage
  • Kaum noch aktiv in den Social Media. Vermisst werden Trainings-Videos oder Beiträge auf Facebook und Instagram
  • Keine Rabatt-Aktionen mehr. Die gab es immer wieder zu Anlässen wie dem 4. Juli oder Helloween

Was ist da los? 

Auch die 56 kg Kettlebell ist nicht lieferbar, aber die interessiert nur eine ganz, ganz winzige Klientel. Dass es keine 12 kg und 16 kg Kettlebell mehr gibt, ist ein Hammer. Woran liegt das, was kommt?

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Business Fitness-Studio München Szene Tagebuch

Kettlebells in der Werbung

In München eröffnet ein neues Fitness-Studio von „hellofit“. Eine Anzeige auf Facebook zeigt zwei Sportler, die einen Push-Up auf je 2 Kettlebells ausführen. Beides sind Gusseisen-Kettlebells mit gelbem Farbband, das auf ein Gewicht von 16 kg hinweist.

Nach eigener Angabe betreibt hellofit 16 Studios in Süddeutschland (April 2024). Die Kette sucht weitere Lizenzpartner für ihr Franchise-System. Voraussetzung sind eigenes Kapital zwischen 30.000 € und 50.000 €, ein Einzugsgebiet mit über 15.000 Einwohnern und eine Nutzfläche von 800 qm bis 1.400 qm in lukrativer Lage.

Abbildung (1): hellofit

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Business Kettlebell

Decathlon: Das Haus der vielen Marken

Kettlebell von Decathlon Domyos CorengthWenn’s um Kettlebells geht, ist die französische Sportkette Decathlon dabei: Im Online-Shop findet man Kettlebells mehrerer Hersteller, aber auch von den Eigenmarken Corength und Domyos.

Anzeige: Bei Decathlon gibt’s auch Kettlebells von anderen Herstellern. Schau sie dir an!

Diese Eigenmarken, um die 80 sind es zurzeit, gelten als der Grund für den Erfolg von Decathlon. Das Unternehmen erwirtschaftet jährlich bis zu 90 Prozent seiner Umsätze mit Eigenmarken wie Quechua, Kalenji oder Btwin. 

Entwicklung und Vertrieb bleiben dadurch im eigenen Haus, die Produktion ist überwiegend nach Fernost ausgelagert. Das bedeutet: Nur der Zulieferer verdient mit, dritte Parteien gibt es bei Decathlon nicht. 

Es ist zu vermuten, dass auch Decathlon seine Kettlebells in Fernost produzieren lässt. Im eigenen Online-Shop bietet das Unternehmen diese Kettlebells unter der Marke „Corength“ an, ein Kunstwort aus den Vokabeln „Core“ (Kern, Tiefenmuskulatur) und „Strength“ (Stärke). In die Kettlebells ist jedoch der Name „Domyos“ eingraviert, eine weitere Marke von Decathlon.

Der Unterschied zwischen Corength und Domyos

Eine Recherche beim DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) in München ergab:

  • Die Wortmarke Decathlon wurde am 29. November 1990 beim DPMA angemeldet
  • Die Wortmarke Domyos wurde am 13. August 2008 angemeldet
  • Die Wortmarke Corength wurde am 30. Mai 2020 angemeldet

Also ist Corength eine relativ neue Marke, die Domyos ergänzt. Dabei ist Domyos breiter aufgestellt, unter der Marke werden Fitness-Produkte aller Art angeboten, Corength richtet sich an die Nischen Kraftsport und Gewichtheben. 

Die Presse-Stelle von Decathlon gab uns diese Erklärung: „Unsere Eigenmarke Domyos war und ist seit vielen Jahren unsere Marke für Fitness-Produkte. Zwischenzeitlich wurden für einige Fitness-Sportarten zusätzliche Marken entwickelt (z.B. Corength), um spezifischer auf die Sportart einzugehen. Die Marke Domyos ist und bleibt aber für alle Produkte korrekt.“

Auch beim Boule und Petanque, die wie Decathlon aus Frankreich stammen, werden mehrere Marken angeboten. Eigene Boule-Kugeln und Zubehör waren lange unter der Marke „Geologics“ erhältlich. Seit wenigen Jahren findet ein fließender Wechsel zu der neueren Marke „Koodza“ statt.

Mehrere Namen zu benutzen, hat bei Decathlon Tradition. Auf Wikipedia ist zu lesen: „Decathlon trat zwischen 2008 und 2014 unter dem Namen Oxylane auf. Die Umbenennung kam auf dem französischen Markt nicht gut an, sodass eine Rückkehr zum ursprünglichen Namen stattfand.“

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Business Fitness-Studio

Die Fitness-Branche erholt sich

Die Pandemie hat der Fitness- und Gesundheitsbranche einen enormen wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Ursache waren die Lockdowns in 2020 und 2021, höhere Kosten sowie ausbleibende Wirtschaftshilfen der Regierung.

Der Tiefpunkt war im Dezember 2021 erreicht: Im Vergleich zu 2019 verlor die Branche 2,4 Mio Mitglieder und musste Umsatzeinbußen von 3,3 Mrd € netto hinnehmen.

Die Talsohle scheint mittlerweile überwunden und die Fitness- und Gesundheitsbranche steuert auf das Vor-Corona-Niveau zu. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichneten die Studios einen Zuwachs von rund 400.000 Mitgliedern. Insgesamt trainieren in Deutschland 10,7 Mio Menschen (Juni 2023) aktiv in einem Fitness-Studio, das sind fast 13 % der gesamten Bevölkerung. 

Das erste Quartal ist wirtschaftlich das wichtigste für die Fitness-Branche, da in diesem Zeitraum etwa ein Drittel aller Neuverträge geschlossen werden. Erstmals seit vier Jahren herrschten 2023 wieder Normal-Bedingungen, und die Fitness- und Gesundheits-Branche setzt aus eigener Kraft und ohne staatliche Subventionierung ihr Wachstum fort.

Nur die Hälfte (53 %) der Betreiber gibt an, im zweiten Halbjahr 2023 zu investieren. Der Grund ist, dass viele Unternehmen der Fitness-Branche Investitionen im ersten Halbjahr tätigen. In diesem Zeitraum finden die FIBO in Köln als weltweit größte Messe für Fitness sowie andere Veranstaltungen statt.

Die wirtschaftliche Situation wird teilweise sehr unterschiedlich beurteilt. Die Fitness-Branche wird mindestens bis Ende 2024 benötigen, um sich flächendeckend von den Auswirkungen der Pandemie zu erholen.

Quelle: Eine Studie des DSSV, dem Arbeitgeber-Verband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. Die Auswertung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie dem Fachmagazin fitness management international.

Befragt wurde eine Stichprobe von 541 Fitness- und Gesundheits-Anlagen, dazu gehören kommerzielle Sport-Studios, Fitness-, Gesundheits-, Wellness- und Racket-Anlagen mit Sport als Primärangebot.

Weitere Infos: https://www.dssv.de

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