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Kettlebell Tagebuch

Welche ist die beste Kettlebell?

Über unsere Test-Berichte und die Besuche von Events und Kettlebell-Studios haben wir einen Einblick gekriegt, wer besonders gute Kettlebells baut – und von welchem Kauf wir abraten. 

Premium-Kettlebells

Platz 1: RKC by Dragon Door

Diese Kugeln (Russian  Kettlebell Challenge) wurden von Kettlebell-Pionier Pavel Tsatsouline entworfen und vertrieben. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit dem Verlag „Dragon Door„, der die ersten Bücher von Pavel veröffentlichte. Ich besitze eine 16 kg Military Grade von RKC, sie ist meine universelle und beste Kettlebell.

Platz 2: Kettlebell Kings

Ursprünglich ein Hersteller aus Texas, gegründet mit viel Herzblut und einer starken Online-Präsenz. Als der Laden richtig lief, verkauften die Gründer das Unternehmen an den eCommerce Aggregator „Razor Group“ aus Berlin. Im Sortiment sind Gusseisen- und Competition Kettlebells von allerfeinster Qualität. Ich besitze vier Kugeln der Kettlebell Kings (2x 8 kg, 12 kg, 20 kg Comp) und bin von der Qualität begeistert.

Platz 3: Rogue Fitness

In den USA der Platz-Hirsch für Kraftsport-Ausrüstung. Mehrere Reihen von Gusseisen- und Competition-Modelle. Eine Reihe entsteht in einer US-Gießerei, also „Made in USA“. Ich habe davon die 16-kg-Kettlebell, im Vergleich zur 16er von RKC belegt sie den zweiten Platz.

Das Mittelfeld

Platz 4: HQ Germany

Hersteller aus Oberbayern mit einem umfassenden Sortiment für den gesamten Kraft-Sport. Darunter auch Gusseisen-, Neopren- und Competition Kettlebells. Interessant der „Boneyard“ mit B-Ware, aus dem ich schon zwei richtig gute Schnäppchen (24 kg und 32 kg) gekauft habe. Auf jeden Fall eine höhere Liga als reine Billig-Produkte, wenn auch kein Premium-Hersteller.

Platz 5: Suprfit

Von diesem Hersteller besitze ich eine Gusseisen– (12 kg) und eine Competition Kettlebell (28 kg). Sie bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders für Einsteiger und preisbewusste Sportler. Die Verarbeitung wirkt solide, aber meine 12er von Suprfit belegt gegen die 12er der Kettlebell Kings nur den zweiten Platz.

Andere Hersteller

Ich besitze auch Kettlebells von Decathlon mit den Eigenmarken Domyos und Corength sowie von Gorilla Sports. Lest die Test-Berichte, dann wisst ihr Bescheid.

Grundsätzlich abzuraten ist von Kettlebells aus Kunst-Stoff, mit einem Überzug aus Neopren oder modularen Kettlebells mit verstellbarem Gewicht. Auch Halte-Griffe für Kurz-Hanteln oder Kettlebells aus Leder und Stoff sind eher fragwürdig.

Zum Schluss ein Tipp, den ich gerne wiederhole: Nicht knausern! Gib lieber etwas mehr Geld für eine Premium-Marke aus. So teuer sind sie auch wieder nicht, aber es macht Freude, sie zu besitzen, und sie halten dein Leben lang.

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Anfänger Tagebuch

5 Tipps für Kettlebell-Einsteiger

  • Setze dir ein Ziel
    Entscheide: Willst du Kraft, Ausdauer oder Cardio trainieren? Dein Ziel bestimmt das Programm und die Wahl deiner Kettlebell
  • Du brauchst einen Trainer

Finde einen qualifizierten Trainer oder ein Studio mit Kettlebell-Knowhow. Gerade am Anfang ist korrekte Technik entscheidend. Ein erfahrener Coach bringt dich schneller voran

  • Investiere in hochwertige Kettlebells
    Qualität zahlt sich aus: Empfehlenswert sind Kettlebells von Dragon Door RKC, Kettlebell Kings oder Rogue. Im Mittelfeld liegen Suprfit und HQ Germany. Weniger geeignet die Billigmarken wie Gorilla Sports oder Decathlon mit den Eigenmarken Corength und Domyos. Ungeeignet sind Kettlebells aus Kunststoff oder mit verstellbarem Gewicht
  • Wenige Übungen reichen aus
    Konzentriere dich auf Grund-Übungen wie Swing, Squat, Deadlift und Press. Perfekte Ausführung ist wichtiger als endlos verschiedene Drills
  • Dranbleiben – der Erfolg kommt
    Konsequenz schlägt alles. Wenn du regelmäßig trainierst, wirst du stärker, fitter und besser drauf sein, als du je gedacht hättest!

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Business Tagebuch Test-Bericht

Testbericht: 32 kg Kettlebell von HQ Germany

Meine Powdercoat Kettlebell 32 kg von HQ Germany ist angekommen. Sie stammt aus dem „Boneyard“ des Herstellers, ist also B-Ware mit leichten Mängeln. Laut HQ hat sie

  • Leichte Kratzer oder Beschädigungen an der Beschichtung
  • Leichte Rostflecken
  • Sonstige Schönheits-Mängel
  • Leicht unebener Boden
  • Außerhalb der Gewichts-Toleranz

Wegen dieser Mängel kostet diese Gusseisen-Kettlebell statt 136 Euro Listenpreis nur noch 94,99 Euro (Stand: März 2025).

Aber: Die Mängel muss ich erst einmal suchen. Bei der Gravur des Hersteller-Logos ist das blanke Eisen zu sehen, auf der Rückseite hat die Beschichtung einen Treffer abgekriegt. Zwei optische Mängel, die mich beim Vollpreis geärgert hätten, aber wenn das alles ist?

Dass sie einen unebenen Boden aufweist, stelle ich nicht fest. Beim Deadlift steht sie nach dem Absetzen bombenfest auf dem Boden, nichts kippt, nichts wackelt.

Diese Kettlebell ist perfekt für mein Home-Gym im Keller. Wieder ein sehr guter Deal, nachdem auch meine 24 kg Kettlebell von HQ Germany nur wenige Mängel als B-Ware hatte.

Ist aber Glücksache, wenn man eine Kettlebell gezielt sucht. Wer eine neue Kugel braucht, sollte unbedingt bei HQ Germany reinschauen, vielleicht gibt es dort die richtige gerade zum Sonderpreis.

Der rote Ring an den Hörnern entspricht dem internationalen Farb-Code für Kettlebells mit 32 kg.

Rechnet sich der Preis?

Aber wie kalkuliert sich der günstige Preis mit den Kosten für Produktion, Transport und Steuern?

1. Material (Eisen/Gusseisen)

  • Rohes Gusseisen kostet aktuell etwa 1,50 bis 2,00 €/kg
  • Für 32 kg wären das ca. 48 € bis 64 € an Material-Kosten
  • Als B-Ware könnte das Eisen aus nicht ganz optimalem Guss stammen oder aus einem Produktions-Überschuss

Daraus ergeben sich Material-Kosten zwischen 50 € und 60 €

2. Produktion

  • Gießen und Formen: ca. 5 € bis 10 €
  • Pulver-Beschichtung: ca. 5 € bis 10 €
  • Qualitäts-Kontrolle und Verpackung: ca. 5 € (minimal, da B-Ware)

Daraus ergeben sich Produktions-Kosten zwischen 15 € und 25 €

3. Transport

Seefracht von China nach Europa

  • Falls Importware: ca. 1  € bis 2 €/kg
  • 32 kg x 1,5 €/kg = ca. 48 € für die Einzelfracht
  • Für Massenlieferungen reduziert sich das deutlich

4. Lager und Versand an Kunden

  • Der Händler muss sie lagern und verschicken, ca. 10 € bis 20 €
  • Direktversand aus Zentrallager spart etwas.

Die Transport-Kosten: 20 € bis 30 €, wenn aus EU, oder ca. 50 €, wenn Import per Einzelversand

5. Steuern und Gebühren

  • 19 % MwSt. in Deutschland: von 94,99 € sind das ca. 15 €
  • Falls Importware: Zollgebühr 2 % bis 5 %, je nach Warengruppe.

Der Steuer-Anteil liegt demnach zwischen 15 € und 20 €

Die Gesamtkosten liegen zwischen 90 € und 155 € für diese Kettlebell

  • Wenn der Hersteller sie selbst verkauft, könnte er ganz knapp mit einem kleinen Gewinn oder Nullmarge rauskommen.
  • Wenn ein Importeur sie verkauft, könnte es ein Abverkauf sein, um Lagerbestände loszuwerden, eventuell sogar mit Verlust

Das Fazit:

  • Falls der Händler nur noch die Lagerkosten decken will, könnte der Preis realistisch sein
  • Falls direkt vom Hersteller verkauft, könnte es ein Grenzpreis sein, aber mit minimaler Marge
  • Machbar, aber wahrscheinlich ein Abverkauf, um Lagerfläche frei zu bekommen

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Home-Gym Tagebuch

Zwei Kettlebells fürs Keller-Gym

Unser Haus hat im Keller auch einen Hobby-Raum für alle! Wie geschaffen, um ein paar Kugeln zu schwingen, drücken und tragen. Als hätte ich von dem Raum nichts gewusst, aber egal. 

Kurz: Ich habe jetzt zwei Home-Gyms. Eines in unserer Wohnung im 3. OG, das andere im Hobby-Raum im Keller.

Ab sofort muss ich schwere Drills nicht mehr ins enge Kellerabteil verlegen, denn im Hobby-Raum habe ich genug Fläche und Höhe für gediegene Workouts. Dort kann ich den Swing oder Clean & Press ohne Sorgen um Boden oder Möbel ausführen und mich gezielt auf die explosive Bewegung konzentrieren.

Aber: Für die neue Umgebung brauche ich neue Kettlebells. 

Erste Anschaffung: Eine zweite Kettlebell mit 16 kg, das Universal-Gewicht. Sie bleibt für Press und Halo im Keller, während meine bewährte Dragon Door RKC 16-kg-Kettlebell oben steht. Das erspart mir den ständigen Transport von oben nach unten, obwohl die 64 Stufen auch eine regelmäßige Übung wären.

Wie viel sollte ich für die zweite 16-kg-Kettlebell im Keller ausgeben?

Bis 40 Euro

  • Gebrauchte Kettlebell aus Kleinanzeigen
  • Günstige Gusseisen-Kettlebell von Gorilla Sports, Decathlon oder Bad Company
  • Nachteil: Evtl. minderwertige Verarbeitung oder unkomfortabler Griff

Bis 100 Euro

  • Marken-Kettlebell von HQ Germany oder Suprfit, RKC oder Rogue Fitness
  • Vorteile: Hochwertige Verarbeitung, angenehme Form, langlebig
  • Nachteil: Hoher Preis für eine Zweitkugel

Zweite Anschaffung: Die Sätze mit meiner 28-kg-Competition werden zu lang und nicht im Sinne des Hardstyle-Training. Vielleicht sollte ich auf 32 kg wechseln?

Gar nicht so leicht, denn Ex-Weltmeister Johannes Kwella warnt in seinem Buch „Die Kraft der Kettlebell 1“ (Seite 35): „Der Sprung von 16 kg auf 24 kg ist schon gigantisch. Von 24 kg auf 32 kg ist jedoch nochmal ein ganz anderes Level.“

Bei meinen Deadlifts wäre es ein Sprung von 28 kg auf 32 kg. Der müsste zu schaffen sein. Ein grober Richtwert besagt, dass man mit 15 % mehr Gewicht (von 28 kg auf 32 kg) etwa 80 % bis 90 % der Wiederholungen schafft. 

Die zwei neuen Kettlebells sind bestellt. Die Entscheidung fiel auf eine 32 kg B-Ware Powdercoat Kettlebell von HQ Germany und eine 16 kg Rogue eCoat – Made in USA. Ich werde berichten.

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